| 12.02.2008 |
| Mitteldeutsche Meisterschaft in Gelenau |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Gelenau. Schon vor dem Anpfiff erlebten die Mitteldeutschen Meisterschaften der Männer am Wochenende im erzgebirgischen Gelenau einen Qualitätssprung. Da neben den üblichen Verbänden aus Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Sachsen auch die aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern vertreten waren, konnte mit Fug und Recht von einer Ostdeutschen Meisterschaft gesprochen werden. Markneukirchen war durch seinen Leitwolf Andrè Backhaus sowie den jungen Dachsen Anton Noack und Denny Latzke vertreten. Besonders „Backe“ sorgte dafür, dass aus dem Musikwinkel ordentlich zum Tanz aufgespielt wurde. Er trat in der 84-Kilogrammklasse an, was er zum letzten Mal mit Ach und Krach vor vier Jahren geschafft hatte, und sorgte damit nicht nur für eine faustdicke Überraschung, sonders setzte den Titelkämpfen gleichzeitig einen Glanzpunkt auf. Viermal musste er in der mit 13 Bewerbern besetzten Kategorie antreten. Viermal präsentierte er sich agil und resolut wie in seinen besten Tagen und zeigte neben seinen Riesenschatz an Erfahrungen vor allem Techniken wie aus dem Lehrbuch, die im Hallenrund für ungeteilte Aufmerksamkeit sorgten. Auf den Weg ins Finale bezwang er Matthias Schühmischen (Leuna), Meik Lieber (Leipzig) und Steve Banse kurzrundig. Im Endkampf konnte auch Martin Obst (Berlin) gegen die resoluten Bodenrollen und Würfe des diesmal quicklebendigen Markneukircheners nichts entgegensetzen. Da hatten es seine jungen Begleiter, deren Teilnahme nach langwierigen Verletzungen allein anerkennenswert war, wesentlich schwerer. Anton Noack, ebenfalls in der 84er-Klasse startend, legte los wie die Feuerwehr. Voll auf Offensive setzend bezwang er mit resoluten Bodenrollen Maik Hoeisel (Thalheim). Nachdem er den späteren Vizemeister und Fünften der Deutschen Meisterschaft Martin Obst unterlag und dabei zu allem Unglück seine Fußverletzung wieder „aufbrach“, biss er gegen Steffen Liesigk (Gelenau) noch einmal die Zähne zusammen und wurde nach mehreren Durchdrehern am Boden kurzrundiger Sieger. Gegen Carsten Meinhardt (Jena) wurden die Schmerzen im Fuß immer größer und er gab auf Anraten von Trainer Backhaus auf. Sein 5. Rang war trotzdem aller Ehren wert. Pech hatte dagegen der 18-jährige Denny Latzke. Im Auftaktkampf verlor er gegen Sebastian Nowak (Rostock) und schied durch ungünstige Überkreuzvergleiche in der mit sieben Startern besetzten 66-Kilogramm damit gleich aus. „Diese Klasse ist einfach nichts für mich, ich muss eine Gewichtsklasse runter“, haderte er danach mit sich. Sein Mannschaftskamarad Anton Nock tröstete ihn. „Das gilt auch für mich, wenn ich weiterkommen will“.
|
| 25.12.2007 |
| Auswärtskampf gegen RSV Rotation Greiz |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Greiz. Mit dem überlegenen 26:14-Erfolg zum Saisonabschluss beim Erzrivalen Rotation Greiz unterstrich der AV Germania Markneukirchen, dass er nach wie vor die Nummer 1 im Vogtland ist. In zum Teil aufgebrachter Atmosphäre, woran der unsicher wirkende Magdeburger Mattenleiter mit nicht nachvollziehbaren Entscheidungen für beide Seiten großen Anteil hatte, hauten die im 16. Saisonkampf zu ihrem 13. Sieg kommenden Musikstädter im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal ordentlich auf die Pauke. Da Greiz das Fliegengewicht nicht besetzte, kam Anton Bayraktarov kampflos zu den Punkten, womit Germania schon vor dem Anpfiff 4:0 führte. Altmeister Andrè Backhaus baute diese Führung gegen Matthias Jentsch auf 8:0 aus, der gegen die Beinangriffe und Rollen des 37-jährigen ehemaligen Welt- und Europameisters keine Gegenmittel fand. Und die Markneukirchner Fans hatten weiteren Grund zum Jubeln. Heiko Holzapfel bewies neben seinem technischen Repertoire auch seine Kämpferqualitäten und schlug den ehemaligen polnischen Juniorenmeister Robert Rogalewicz verdient mit 3:1, womit es bereits 11:1 stand. Doch dann kam Stimmung in die „Bude“. Der in Germania-Diensten stehende Slowake Filip Köszeghy wirkte bei seiner 0:3-Niederlage gegen den Polen Artur Mikolajzyk förmlich wie ausgelaugt, wodurch die Greizer auf 11:4 verkürzten. Und die Stimmung kletterte bis an die Hallendecke, als der in Greizer Diensten stehende polnische Meister nach fünf umkämpften Runden 3:2-Sieger gegen Erdzhan Ibryam wurde und die Gastgeber damit auf 13:7 verkürzten. Ohrenbetäubende „Hier regiert der RSV“-Gesänge erfüllten die Halle. Doch die Morgenluft witternden einheimischen Fans erhielten postwendend einen Dämpfer verpasst. Radoslaw Siejak drängte Philipp Grundmann von der ersten Sekunde an in die Defensive und als ihn in der 3. Runde eine sehenswerte Konteraktion am Mattenrand gelang, wurde er technischer Überlegenheitssieger. Schwer hatte es diesmal Adam Blok. Er musste gegen seinen ihn bestens bekannten Landsmann Radoslaw Kiesil antreten, der mehrfacher polnischer Meister ist. Dank seines unbändigen Kampfgeistes wurde Blok nach abgegebener 2. Runde noch 3:1-Sieger und blieb damit auch in seinem fünften diesjähigen Kampf für Germania unbesiegt. Marian Mihalik wurde gegen Stefan Lippke erst nach abgegebenen 1. Runde so richtig munter. Doch dann stachen seine Bodenrollen und er wurde noch 3:1-Sieger. Abgeklärt wie eh und je war auch Tomas Sobecky, der zum 13. Mal in dieser Saison für die Markneukirchner antrat und gegen Damian Hartmann 3:1-Sieger wurde. Der junge Christopher Geske hatte wie erwartet gegen den alten Fuchs Evgheni Valentir keine Chance und verlor auf Schultern. Germania und die mitgereisten Fans feierten den 26:14-Erfolg. „Unsere Jungs haben in diesem Tollhaus gezeigt, was sie draufhaben, wobei ich besonders „Backe“ und Heiko hervorheben möchte. Der größte Dank aber gilt unseren treuen Anhängern, die einmal mehr wie eine Wand hinter der Mannschaft standen“, zog Trainer Mario Willomeit ein erstes Fazit. Auch der Greizer Coach Falk Schlehan gratulierte. „Markneukirchen war heute klar die bessere Mannschaft“. In weiteren Begegnungen der Nordstafel gewann der AC Lichtenfels 30:10 gegen Luftfahrt Berlin, rettete Jugendkraft Gelenau mit einem 25:13 über den AC Taucha den Staffelerhalt und fegte der TuS Jena den RC Potsdam mit 32:2 von der Matte. Die Abschlusstabelle lautet: 1. Lichtenfels (29:3 Punkte), 2. Markneukirchen (26:6), 3. Auerbach (23:9), 4. Greiz (20:12), 5. Jena (20:12), 6. Berlin (14:8), 7. Potsdam (8:24), 8. Gelenau (2:30), 9. Taucha (2:30).
|
| 17.12.2007 |
| Auswärtskampf gegen den AC Lichtenfels |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Lichtenfels. In der mit Dicht-an Dicht-Reihen förmlich aus den Nähten platzenden kleinen AC-Sporthalle am Schützenplatz von Lichtenfels konnte bei Wunderkerzen-Feuerwerk und „Nie mehr zweite Liga“-Gesängen schon vor dem Anpfiff des Entscheidungskampfes gegen den AV Germania Markneukirchen der sprichwörtliche Apfel nicht mehr zu Boden fallen. Nach dem verdienten 22:12-Erfolg der Oberfranken, der den Staffelsieg und damit verbundenen Aufstieg in die 1. Bundesliga bedeutet, wurde die Halle zum wahren Tollhaus. Der Jubel kannte keine Grenzen, die Mannschaft wurde von ihren Fans nahezu frenetisch gefeiert. Die Markneukirchner gratulierten ebenfalls ehrlichen Herzens. „Diese tolle und jederzeit faire Atmosphäre war ein Erlebnis“, waren sich die aus dem Vogtland mitgereisten Fans einig. Germania-Coach Mario Willomeit bestätigte das gern und fügte hinzu: „Schade, dass unsere beiden Spitzenleute Adam Blok und Radoslaw Siejak keine Freigabe vom Trainingslager der polnischen Nationalmannschaft erhielten, mit ihnen hätten wir stärker gegenhalten können. Vier Siege reichen eben nicht. Lichtenfels hat aber verdient gewonnen“. Dabei war der Auftakt für die Musikstädter vielversprechend. Anton Bayraktarov ließ sich gegen seinen bulgarischen Landsmann Dean Peev auf keine Plänkeleien ein und wurde auch mit einem sehenswerten Wurf über die Brust 3:1-Sieger. Für Andrè Backhaus kam es im wahrsten Sinne des Wortes knüppeldick. Er griff zwar unentwegt an, doch gegen den über einen halben Zentner schwereren sechsfachen georgischen Meister Mirian Giorgiadze kam er nicht an und verlor 0:3. Und die Halle kochte, als Heiko Holzapfel in einen von Kontern geprägten Kampf 0:3 gegen Valentin Peev unterlag. Auch Filip Köszeghy wehrte sich danach tapfer, wurde aber am Ende vom ehemaligen Junioren-Vizeweltmeister Steffen Hartan abgefangen und verlor auf Schultern. Erst Erdzhan Ibryam sorgte mit einem 3:0-Erfolg über Erik Kamm, dass Germania zur Pause auf 6:11 verkürzte. Doch aus der Aufholjagd wurde nichts. Björn Hauck taute gegen Florian Dörfler erst zu spät auf und unterlag 1:3. Denny Latzke, der sich in Gelenau schmerzhaft verletzt hatte, stellte sich gegen Asygat Baschpajew für den fehlenden Adam Blok in die Mannschaft und gab wie vorher abgesprochen auf. Als dann noch Marian Mihalik gegen Tobias Schütz nur 1:0 gewann, er hatte keine technische Wertung sondern nur Punkte aus dem Bodenkampf erzielt, holten die Lichtenfelser ihre schon vorher angefertigten Meister-T-Shirts hervor. In der Halle war das eigene Wort nicht mehr zu verstehen. Daran änderte sich auch nichts, als Tomas Sobecky abgeklärt wie eh und je mit gekonnten Aushebern und Bodenrollen Timo Goller mit technischer Überlegenheit besiegte. Der kurzfristig in die Germania-Mannschaft einspringende Christopher Geske wehrte sich danach zwar tapfer, ging aber gegen den bulgarischen Vizemeister Sergey Shishkov auf Schultern. In weiteren Begegnungen des vorletzten Kampftages gewann die WKG Auerbach/Chemnitz bei Germania Potsdam mit 20:17, blieb der TuS Jena mit 28:11 in Taucha erfolgreich und gewann Luftfahrt Berlin 21:17 gegen Jugendkraft Gelenau. Damit stehen die drei Erstplazierten dieser Saison in der Nordstaffel schon vor dem Schlußtag fest. Lichtenfels ist mit 27:3 Punkten als Staffelsieger ebenso nicht mehr einzuholen wie der Tabellenzweite Markneukirchen (24:6) und der Dritte Auerbach (23:9). Dahinter folgen Greiz (20:10) und Jena (18:12). Der 44-jährige Ali Hadidi, der seit 12 Jahren Trainer des AC Lichtenfels ist, wurde nach dem Sieg gegen Markneukirchen von seiner Mannschaft auf Schultern getragen. Nach mehreren launischen Bierduschen und Jubelgesängen mit den treuen Fans hatte Frank Büttner Mühe, sich mit dem vorher in der Mattenecke Ruhe ausstrahlenden einstigen iranischen Juniorenmeister zu unterhalten. „Freie Presse“: Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg. Damit geht sicher ein lang gehegter Traum in Erfüllung? Ali Hadidi: Natürlich. Wir sind alle glücklich. Wenn mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte mit der 1. Bundesliga, ich hätte nur mit dem Kopf geschüttelt. „Freie Presse“: Wie schätzen Sie den heutigen Kampf ein? Hadidi: Er war so, wie ich ihn mir gewünscht habe. Es gab phantastische Kämpfe zu sehen und es herrschte ein einmalige Atmosphäre. Das war echte Werbung für den Ringkampfsport. „Freie Presse“: Zu welchen Zeitpunkt war Ihnen klar, dass Sie den Kampf heute gewinnen? Hadidi: Eigentlich schon beim Wiegen, als in der Markneukirchener Mannschaft die zwei starken Polen fehlten. So etwas ist nicht zu kompensieren. „Freie Presse“: Wie schätzen Sie überhaupt die Vogtländer ein? Hadidi: Als ganz stark. Sie haben uns schließlich vor ihrem tollen Publikum in der Vorrunde verdient mit 16:26-klar geschlagen. Diesmal waren wir besser, aber ihr zweiter Tabellenplatz vor Auerbach und Greiz sagt doch alles. „Freie Presse“: Im kommenden Jahr startet Ihre Mannschaft in der 1. Bundesliga. In der gleichen Besetzung? Hadidi: Im Prinzip ja. Wir werden sicher zwei bis drei Verstärkungen holen, aber ansonsten auf unsere bisherige Truppe bauen, denn unsere Anhänger stehen hinter unseren jungen einheimischen Männern. „Freie Presse“: Ein Wort noch zu Ihren Lichtenfelser Fans. Hadidi: Unsere treuen Anhänger und die Sponsoren sind einfach einmalig. Das ist eine Gemeinschaft, auf die man bauen kann, wie beispielsweise bei der Aktion „Gemeinsam für Martin“. „Freie Presse“: Im kommenden Jahr müssen Sie im Franken-Derby auch gegen den ASV Hof antreten. Freuen Sie sich darauf? Hadidi: Aber sicher, das wird ganz reizvoll. Wir versprechen den Hofern jedenfalls schon heute einen heißen Tanz. Aber jetzt wird erst einmal gefeiert.
|
| 03.12.2007 |
| Heimkampf gegen TuS Jena |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Markneukirchen. Keine Mühe hatte der AV Germania, um im letzten Heimkampf der Saison den durch mehrere Verletzungen stark gebeutelten TuS Jena mit 30:5 förmlich von der Matte zu fegen. „Es war schade, dass die Thüringer nicht mit voller Kapelle antreten konnten, aber ich glaube doch, dass die Zuschauer einige interessante Kämpfe zu sehen bekamen“, resümierte am Ende Germania-Coach Mario Willomeit. Was die 250 Zuschauer bestätigten. So kam sofort Stimmung auf, als der 16-jährige bulgarische Juniorenmeister Anton Bajraktarov den Jenenser Routinier Dominik Waag wenn auch knapp, aber erstaunlich selbstsicher mit 3:0 bezwang. Oldie Andrè Backhaus verlor dagegen keinen Tropfen Schweiß, denn sein Kontrahent Markus Hamann hob verletzungsbedingt sofort die Hand zur Aufgabe. Von seiner besten Seite zeigte sich einmal mehr Heiko Holzapfel. Das Markneukirchner Urgestein ließ von der ersten Sekunde an den jungen Robert Single keine Chance und legte ihn mit einer nahezu klassischen Konteraktion in der 3. Runde nach 18 Sekunden in die Horizontale. Unverständlich schwer tat sich dagegen erneut der in Markneukirchner Diensten stehende slowakische Meister Philipp Köszeghy. Er gewann zwar, wenn auch knapp, alle drei Runden, doch da er dabei keine technische Wertung erzielte, sondern nur durch Bodenwertungen punktete, wurde sein Sieg nur mit 1:0 honoriert. Als dann noch Erdzhan Ibryam kampflos zu den Punkten kam, führte Germania zur Pause mit 16:0. Der Stimmung im letzten Heimkampf der Saison tat es danach gut, dass ausgerechnet der nicht gerade im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehende Björn Hauck diesmal sein Herz in beide Hände nahm – und sich vor allem an die Anweisungen des Trainers hielt. Sein Kontrahent Karsten Meinhardt wollte nämlich unbedingt Revanche von seiner Vorrundenniederlage nehmen. Doch der Klingenthaler behielt die Übersicht, achtete diesmal besonders darauf, nicht wie so oft seine Beine als „Angriffsfläche“ anzubieten und wurde Dank seiner besseren Athletik 3:0-Sieger. Und Adam Blok setzte noch einen drauf. Er war in Sekundenschnelle von Null auf Hundert und zog gegen Renè Sturmheit ein Feuerwerk von Techniken ab. Seinen Gegner unermüdlich attackierend wurde er kurzrundig technischer Überlegenheitssieger und vom sachverständigen Publikum entsprechend gefeiert. Der Saisonbeste des Vorjahres Marian Mihalik tat sich dagegen diesmal schwer. Er lief gegen Thomas Leffler Sekunden vor Schluss der 1. Runde in einen Konter und gab die dadurch mit 2:3 ab. Zum Glück wurde er dadurch „wachgerüttelt“, legte er einen Zahn zu und als er sich dann noch in der angeordneten Bodenlage wie ein Brett am Boden klebend nicht ausheben ließ, kam er noch zum verdienten 3:1-Erfolg. Thomas Sobecky wurde durch Verletzungsaufgabe von Tino Wolski kampflos Sieger. Im Schlusskampf gab es für Jena eine kleine Ergebniskosmetik, denn der erneut von einer immer wieder aufbrechenden blutenden Wunde gehandicapte Andy Schubert wehrte sich zwar tapfer, aber unterlag Juan Nguyen. Da Rotation Greiz bei Germania Potsdam 28:12 gewann, der AC Lichtenfels daheim keine Mühe hatte Jugendkraft Gelenau mit 29:10 zu bezwingen und die WKG Auerbach/Chemnitz mit 26:9 beide Punkte bei Luftfahrt Berlin holte, bleibt Lichtenfels mit 23:3 Zählern Tabellenführer der Nordstaffel vor Markneukirchen (22:4), Greiz (20:8), Auerbach (19:9) und Jena (14:12). Der 20-jährige Adam Blok stand diesmal wie unter Strom. Seinen Gegner förmlich kaum Luft zum Atmen lassend, holte der diesjährige polnische U23-Meister und Fünfte der Junioren-Europameisterschaft auch in seinem vierten Saisonkampf eindrucksvoll die Punkte für Germania. Frank Büttner unterhielt sich danach mit dem Sergeanten der polnischen Armee. „Freie Presse“: Ihr Leistungssprung gegenüber dem Vorjahr ist verblüffend. Auf was führen Sie das zurück? Adam Blok: Ohne Zweifel haben mir die Trainingslager mit der Männer-Nationalmannschaft und die vielen internationalen Wettkämpfe in diesem Jahr eine Menge gegeben. „Freie Presse“: Und Sie wurden erstmals auch polnischer Meister. Blok: Ja, bei den Männern unter 23 Jahren. Da musste ich viermal auf die Matte und habe auch viermal gewonnen. „Freie Presse“: Von Ihrem gestiegenen Selbstvertrauen konnten sich die Zuschauer heute eindrucksvoll überzeugen. Welche Ziele haben Sie sich für 2008 gestellt? Blok: Es klingt zwar etwas vermessen, aber ich möchte mein Land bei den Weltmeisterschaften in London und vor allem bei den Olympischen Spielen in Peking vertreten. „Freie Presse“: Und das wie heute in der 66-Kilogrammkategorie? Blok: Da wären die Chancen zu gering. Ich will runter in die 60-Kilogrammklasse und dort die Nummer Eins in Polen werden. „Freie Presse“: Wie schwer fällt Ihnen das? Blok: Gute Frage, denn das ist schon hart. Aber wenn ich das ganze Jahr über durchtrainieren kann und vernünftig lebe, kriege ich das schon hin. „Freie Presse“: Wenn Sie auf die Matte gehen, gehört es bei Ihnen zum Ritual, sich zu bekreuzigen. Was gibt Ihnen das? Blok: Das ist in wenigen Worten schwer zu sagen. Mein katholischer Glauben gibt mir einfach immer wieder Kraft. „Freie Presse“: „Wo liegen Ihre Wurzeln und wo leben Sie in Polen? Blok: Meine Eltern leben in Gdansk. Ich trainiere wie mein Markneukirchner Mannschaftskamerad Radoslaw Siejak bei Grundwald Poznan. „Freie Presse“: Apropos Markneukirchen. Sie sind seit drei Jahren hier. Blok: Und es gefällt mir in der Truppe und dem treuen Publikum wie am ersten Tag. Da nehme ich die Autofahrten mit meinem Trainer gerne in Kauf.
|
| 26.11.2007 |
| Auswärtskampf gegen AC Auerbach/Erzgeb. |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Auerbach. Es gibt Tage, an denen läuft nichts. Einen solchen erwischte der AV Germania Markneukirchen am Samstag bei der unerwartet hohen 10:29-Schlappe im erzgebirgischen Auerbach, wo die begeisterten einheimischen Fans den „Stift“ zum Tollhaus machten. „Wir freuen uns, dass wir uns nach der Niederlage in der Vorrunde revanchieren konnten, wobei wir diesmal zum Glück die engen Kämpfe für uns entschieden“, strahlte Auerbachs Trainer Steffen Richter. Germania-Coach Mario Willomeit dagegen haderte rundum. „So wollten wir nicht verlieren“. Schon die Vorzeichen waren denkbar schlecht. Die zwei ebenso jungen wie erfolgreichen Bulgaren Anton Bajraktarov und Erdzhan Ibryam fehlten, weil sie daheim unaufschiebbare schulische Prüfungen hatten. Auch auf Mariusz Los musste verzichtet werden, da der mit der polnischen Nationalmannschaft zu einem Trainingslager in Moskau weilt. So mussten gleich im Fliegengewicht die Punkte kampflos abgegeben werden. Andrè Backhaus gewann zwar die 1. Runde gegen Daniel Ligeti klar, doch dann setzte sich die stärkere Athletik des ungarischen Weltmeisterschafts-Siebenten der Junioren, der vom Alter her auch „Backes“ Sohn hätte sein können, mit 3:1 durch. Als dann noch Heiko Holzapfel trotz harter Gegenwehr gegen den Fünften der diesjährigen Europameisterschaft Manusz Walkowiak verlor und Filip Köszeghy gegen den ungarischen Juniorenweltmeister Ivan Nemeth eine technische Niederlage einstecken musste, stand es nahezu demoralisierend 1:14. Und es kam noch schlimmer. Der 18-jährige Youngster Denny Latzke begann gegen Stefan Kielczyk couragiert, doch als er in unglücklicher Bodenlage abklopfte, übersah das der Mattenleiter und Denny verletzte sich bei seiner Schulterniederlage so schwer, dass er ins Krankenhaus geschafft werden musste. Dort wurde ein Verdacht auf Schulterblattbruch diagnostiziert. Der Pausenstand lautete 1:18, was die mitgereisten treuen Markneukirchner Fans trotzdem nicht hinderte, weiter voll hinter ihrer Manschaft zu stehen. Und die hatte es nötig. Radoslav Siejak kämpfte in einem rein polnischen Duell nicht nur gegen seinen Landsmann Lukasz Wiechna, sondern auch gegen eine stark hindernde Platzwunde am Kopf. Doch obwohl er das Letzte aus sich herausholte, unterlag er am Ende in einem kräfteraubenden Fünf-Runden-Kampf denkbar knapp mit 2:3. Dann endlich der erste Sieg für Germania. Adam Blok hatte zwar so manches Problem mit den ständigen Beinangriffen des ungarischen Kadetten-Vizeweltmeisters Sandor Tözser, doch wie er immer wieder mit energischen Bodenrollen ausglich und am Ende 3:1 gewann, das imponierte. Marian Mihalik dagegen winkte nach der 0:3-Niederlage gegen den ungarischen Weltmeisterschafts-Achten Zoltan Fodor nur kopfschüttelnd ab. Obwohl er von seinem Trainer Mario Willomeit bescheinigt bekam, einen der besten Kämpfe an diesem Abend geleistet zu haben, haderte er mit dem so manche unglückliche Entscheidung für beide Seiten treffenden Mattenleiter. Tomas Sobecky bleibt eine Bank für Markneukirchen. Abgeklärt bis in die Zehenspitzen wartete er gegen Nils Unger auf seine Chancen. Und dann schlug er zu. Mit fünf Punkte bringenden Würfen und unwiderstehlichen Rollen wurde er vorzeitig technischer Überlegenheitssieger. Mit dem gleichen Resultat unterlag Andy Schubert gegen Adam Sobieraj. Da der AC Lichtenfels beim TuS Jena 26:11 gewann, der RSV Greiz sich daheim gegen Jugendkraft Gelenau mit 26 :11 behauptete und der RC Potsdam mit 24:10 die Oberhand über Taucha behielt, verlor Germania Markneukirchen die Tabellenführung der Nordstaffel. Spitzenreiter ist jetzt mit 21:3 Zählern Lichtenfels vor Markneukirchen (20:4), Greiz (18:8), Auerbach (17:9) und Jena (14:10). Der in Markneukirchener Diensten stehende 23-jährige Radoslaw Siejak sah in Auerbach aus wie der sprichwörtliche Indianer auf dem Kriegspfad. Immer wieder wurde seine stark blutende Kopfplatzwunde fest umwickelt und verklebt sowie die Matte gereinigt. Obwohl dadurch stark gehandicapt stellte sich der polnische Vizemeister immer wieder zum Kampf. Frank Büttner sprach danach mit ihm. „Freie Presse“: Toll gekämpft und am Ende doch denkbar knapp verloren, da tröstet wohl auch der anerkennende Beifall rundum aller Zuschauer nicht? Radoslaw Siejak: Nicht wirklich, denn dieses Duell gegen meinem Landsmann Lukasz Wiechna wollte ich nach so mancher Niederlage gegen ihn diesmal unbedingt gewinnen. „Freie Presse“: Ging es dabei auch um die Nationalmannschafts-Nominierung? Siejak: Das kann man so sagen. Ich habe in diesem Jahr bei unseren Meisterschaften Bronze gewonnen und wurde bei den Titelkämpfen der U23-Jährigen Vizemeister. Im kommenden Jahr möchte ich schon gern die Nummer Eins in Polen werden. „Freie Presse“: Wo und seit wann stehen Sie in Ihrer Heimat auf der Matte? Siejak: Ich ringe seit elf Jahren. Da ich in Sroda bei Poznan lebe, war es für mich selbstverständlich, dort dem Verein „Grunwald“ beizutreten. „Freie Presse“: Und was ist sonst privat über den Radoslaw Siejak zu sagen? Siejak: Eigentlich nicht viel. Ich arbeite im Business-Bereich, habe eine Freundin und noch kein Auto, so dass ich von meinem Freund zu den Kämpfen nach Deutschland gefahren werde. „Freie Presse“: Trainer Willomeit bescheinigt Ihnen eine unbändige Kampfmoral und dass Sie noch eine Schippe zulegen können, wenn andere bereits passen. Siejak: Das freut mich zu hören. Schade, dass es heute nicht mit einem Sieg geklappt hat. Aber das ewige Verbinden und die Schmerzen waren schon nervig. Am Ende habe ich nur noch Sterne gesehen. „Freie Presse“: Sie sind seit zwei Jahren in Markneukirchen. Gefällt es Ihnen? Siejak: Ich fühl mich wohl in diesem Team, weil es ganz einfach eine prima Truppe ist und hier auch die Zuschauer voll hinter uns stehen.
|
| 12.11.2007 |
| Auswärtskampf gegen RC Germania Potsdam |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Potsdam. Obwohl die Markneukirchener in der brandenburgischen Hauptstadt nur zu neunt antraten – der slowakische Halbschwergewichtler Philipp Köszeghy hatte für die Hochzeit seines Bruders „Frei“ bekommen – war der 26:13-Sieg gegen die junge, sich teuer verkaufende Staffel des RC Potsdam nie in Gefahr. Drei technische Überlegenheitssiege gleich in den ersten drei Kämpfen sorgten sofort für klare Verhältnisse. Anton Bayraktarov rollte bei seinem dritten Sieg im dritten Saisonkampf Robert Gleich von einer Verlegenheit in die andere und hatte am Ende über elf Punkte Vorsprung. Andrè Backhaus wartete gegen Karsten Siegert eiskalt auf Konterchancen und punktete kontinuierlich einmal mehr mit energischen Beinangriffen. Noch mehr Beifall erhielt der Markneukirchner Routinier allerdings in der Pause. Da gewann er in einem Sumo-Showkampf in einem übergroß ausgepolsterten Kostüm zum Gaudi der Zuschauer gegen einen Einheimischen 2:1, wobei er ungeahnte komödiantische Züge offenbarte. Heiko Holzapfel wird immer mehr zur festen Größe und ließ mit gekonnten Aushebern Brain Tewes keine Chance. Dagegen lief beim in dieser Saison schon achtmal erfolgreichen Erdzhan Ibryam nichts. Der hatte sich nach abgegebener 1. Runde gegen Erik Weiß gerade in den Vordergrund geschoben, um sich danach nahezu selbst hinzulegen und auf Schultern zu verlieren. Er kroch förmlich in die letzte Hallenecke, schimpfte wie ein Rohrspatz auf sich selbst und war einfach untröstlich. Dann brannte wieder Jubel unter der kleinen Gruppe treuer Markneukirchner Fans auf. Björn Hauck machte zum Ärger von Trainer Backhaus in der 1. Runde wieder einmal nahezu alles falsch und fand gegen die Beinangriffe von Oliver Diller einfach keine Einstellung. Doch wie er danach das Letzte aus sich heraus holte und mit der gleichen Methode, wenn auch denkbar knapp, noch 3:1-Sieger zu werden, das imponierte. Was auch auf die Leistung von Adam Blok gegen Mark Wenzke zutraf. Der frischgebackene polnische U 23-Meister explodierte förmlich und wurde nach unwiderstehlichen Bodenrollen kurzrundig technischer Überlegenheitssieger. Marian Mihalik blieb auch diesmal seinem Kampfstil treu. Er wartete gegen den deutsche Vizemeister Martin Schrader abgeklärt auf seine Chancen und wurde dank effektiverer „Bodenarbeit“ sicherer 3:0-Sieger. Gleiches traf auf Tomas Sobecky zu, der gegen Martin Lehrmann technischer Überlegenheitssieger wurde. Der 22-jährige Christopher Geske gab nach einjähriger Wettkampfpause sein Saisondebüt und musste bei seiner vorzeitigen Niederlage gegen Fabian Albrecht ganz einfach noch Lehrgeld zahlen. Der kurze Kommentar von Trainer Andrè Backhaus. „Die Jungs haben sich ordentlich geschlagen“. In weiteren Begegnungen des Wochenendes gewann der RSV Greiz gegen TuS Jena mit 24:15, blieb die WKG Auerbach daheim mit 29:10 über Jugendkraft Gelenau erfolgreich und gewann Luftfahrt Berlin beim AC Taucha mit 23:17. Markneukirchen bleibt mit 20:2 Punkten weiterhin Tabellenführer der Nordstaffel vor Lichtenfels (17:3), Auerbach (15:7), Greiz (14:8) und Jena (12:8). Nach verlorener 1. Runde kam das Markneukirchner Urgestein Björn Hauck in Potsdam noch zu seinem dritten Saisonsieg. Mit dem freudestrahlenden 26-jährigen Klingenthaler Physiotherapeuten, der seit 20 Jahren auf der Matte steht, Sachsenmeister wurde, auch bei Mitteldeutschen Titelkämpfen Medaillen gewann und als nimmermüder „Trainingsweltmeister“ gilt, sprach unmittelbar danach Frank Büttner. „Freie Presse“: Herzlichen Glückwunsch zu diesen Zittersieg. Warum tun Sie sich eigentlich immer so schwer Ihre starken Trainingsleistungen umzusetzen? Björn Hauck: Wenn ich das wüsste. Ich will schließlich immer das Beste, habe aber im Gegensatz zum Training, wo ich jeden Partner genau kenne, im Wettkampf irgendwie eine Blockade im Kopf. „Freie Presse“: Das war wohl auch heute im ersten Durchgang der Fall? Hauck: Leider. Ich hab einfach die Ratschläge des Trainers nicht umgesetzt und bin wie so oft auf Beinangriffe meines Gegners reingefallen. Erst als mich „Backe“ ordentlich angepfiffen hat liefs besser. Ich wollte diesmal aber auch unbedingt gewinnen. „Freie Presse“: Ihr Kampfgeist ist seit Jahren sprichwörtlich, was von den Zuschauern anerkannt wird. Ist es vermessen zu sagen, dass es mit der Technik nicht so gut aussieht? Hauck: Trifft haargenau zu. Ich habe schon oft im Spaß gesagt, dass mein langjähriger Mannschaftskamerad Heiko Holzapfel ringen kann, ich dagegen die Beinangriffe meiner Kontrahenten abwehren muss. „Freie Presse“: Sie stehen schon seit zwei Jahrzehnten auf der Matte, hatten dabei viele Trainer. Wen würden Sie in einer Art Rangliste ganz vorn einordnen? Hauck: Ganz vorn Dirk Holzapfel, weil der bei mir so eine Art Grundstein gelegt hat, dahinter aber gleich Mario Mehl und Stefan Sardarjan. „Freie Presse“: Können Sie ihren Beruf als Physiotherapeut gut mit dem Sport verbinden? Hauck: Das sieht auf den ersten Moment als ideale Kombination aus. Doch da wir derzeit viel Arbeit haben und auch noch eine Weiterbildungsmaßnahme läuft, schlaucht das schon. „Freie Presse“: Und was gehen Sie als nächste Ziele an? Hauck: Ich möchte möglichst noch viele Wettkämpfe gewinnen.
|
| 07.11.2007 |
| Heimkampf gegen AC Taucha |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Markneukirchen. Nie in Gefahr war der 34:6-Kantersieg der Markneukirchner Germania-Staffel über den Tabellenvorletzten der Staffel Nord AC Taucha. „Es war eine schöne Mannschaftsleistung unserer Truppe, wobei es schade für die Zuschauer war, dass einige Kämpfe ausfielen“, resümierte Germania-Coach Mario Willomeit. „Unsere Personaldecke ist durch Abgänge und Verletzungen leider so dünn geworden, dass wir hier nicht stärker gegenhalten konnten“, meinte Tauchas Trainer Thomas Weidner. Trotzdem erlebten die 250 Zuschauer einige spannende Auseinandersetzungen. So brannte der 16-jährige bulgarische Neuzugang Anton Bayraktarov bei seinem Debüt in Markneukirchen förmlich. Resolut zu Werke gehend gewann er die ersten beiden Runden gegen Konrad Dryschka deutlich. Nach einem kleinen Hänger in der dritten Runde siegte er am Ende noch sicher mit 4:1. Andrè Backhaus kam dagegen überhaupt nicht ins Schwitzen, er bekam keinen Gegner und somit die Punkte kampflos. Dann stieg die Stimmung in der Halle auf den Siedepunkt. Das Marknerkirchner Urgestein Heiko Holzapfel traf auf den diesjährigen Dritten der deutschen Meisterschaft Dustin Scherf. Nach fast dreijähriger Verletzungspause und zwei denkbar knappen Niederlagen an den beiden vergangenen Wochenenden wollte es der 26-Jährige diesmal wissen. Angefeuert von nimmermüden „Äppel-Äppel“-Rufen gewann er überlegen die beiden ersten Runden, wobei eine selten zu sehende Beinschleuder vom sachkundigen Publikum besonders honoriert wurde. Nach abgegebener dritten Runde raffte er sich im 4. Durchgang noch einmal auf und wurde nach einer Konteraktion am Mattenrand umjubelter 4:1-Sieger. Filip Köszeghy gewann in einer engen Partie gegen Lars Kramarzyk mit 3:0. Erdzhan Ibryam sorgte dank imponierender Ausheber beim 3:1-Erfolg über Routiniere Sascha Wendt für die deutliche 18:3-Pausenführung. Und dann brannte endlich einmal Jubel auf für den 26-jährigen Klingenthaler Björn Hauck. Nachdem er in der ersten Runde gegen die Beinangriffe des Routiniers Tino Köllmann keine Mittel gefunden hatte und es schon so aussah, dass er seine sechste diesjährige Niederlage einstecken müsse, explodierte er plötzlich und gewann die beiden nächsten Runden. Danach musste Köllmann verletzt aufgeben. Der 20-jährige Adam Blok sorgte bei seinem diesjährigen Debüt in den Markneukirchner Reihen für einen Glanzpunkt des Abends. Agil wie eh und je brannte er gegen den überforderten Markus Jung ein „Bodenfeuerwerk“ an Aktionen ab und wurde kurzrundig technischer Überlegenheitssieger. Schade für die Zuschauer war danach, dass die Tauchaer Matthias Görtz gegen Marian Mihalik und Benjamin Dahn gegen Tomas Sobecky ihre Kämpfe aufgaben. Andy Schubert verlor gegen Florian Rau mit 0:3. In weiteren Kämpfen der Nordstaffel gewann der RSV Rotation Greiz bei Luftfahrt Berlin 24:16, der AC Lichtenfels wurde mit einem 30:8-Erfolg seiner Favoritenrolle gegen Germania Potsdam gerecht und der TuS Jena schlug überraschend klar die WKG Auerbach 23:15. Damit bleibt Markneukirchen mit 18:2 Zählern weiterhin Tabellenführer vor Lichtenfels (17:3), Auerbach (13:7), Jena (12:6) und Greiz (12:8). Nach fast dreijähriger Verletzungspause und mühevollem Neuanfang erkämpfte sich der 26-jährige Fleischer Heiko Holzapfel, der schon seit dem Kindergartenalter auf der Matte steht und 1999 zweifacher deutscher Jugendmeister war, am Samstag gegen Taucha im dritten Anlauf den ersten Saisonsieg. Frank Büttner unterhielt sich unmittelbar danach mit ihm. „Freie Presse“: Der Stein der Ihnen nach dem Sieg vom Herzen fiel war nicht zu überhören. Heiko Holzapfel: Das war kein Stein sondern ein ganzer Felsbrocken. Spaß beiseite, es wurde auch Zeit wieder einmal zu gewinnen. „Freie Presse“: Dabei hatten Sie ihre Laufbahn eigentlich beendet. Holzapfel: Genau. Der Oberarmbruch in Oelsnitz gegen Jena, die Operationen und Behandlungen danach und nicht zuletzt der Beruf gingen schließlich vor. „Freie Presse“: Ihre Familientradition sucht ihresgleichen. Der Uropa war erster DDR-Trainer nach dem Krieg, der Opa Dritter der Weltmeisterschaft und der Vater mehrfacher DDR-Meister. Wer hat den größten Anteil an Ihrer Entwicklung? Holzapfel: Schwere Frage. Eigentlich ist es mein großer Bruder Dirk als Trainer gewesen, der auch sechsmal Meister war und heute noch Trainer in Bonn-Duisdorf ist, dass ich eine gute Ausbildung bekommen habe. Ratschläge konnte und kann ich natürlich bei allen immer bekommen. „Freie Presse“: Wer hat sie bekniet jetzt wieder mit dem Ringen anzufangen? Holzapfel: Eigentlich niemand. Ich wollte es selbst noch einmal wissen, auch weil ich mich unter meinen Vereinskameraden echt wohlfühle. Es ist beispielsweise schön, einen solchen jungen Trainingspartner wie Denny Latzke zu haben. „Freie Presse“: Denken Sie noch manchmal an das Jahr 1999 zurück? Holzapfel: Das ist zwar Geschichte, aber in einem Jahr zweifacher deutscher Meister zu werden und bei den Jugendlichen, Junioren und Männer fünf Sachsenmeistertitel zu gewinnen, das vergisst man nicht. „Freie Presse“: Wissen Sie eigentlich, auf welche Bilanz Sie seit 1996 in den Mannschaftskämpfen des AV Germania blicken können? Holzapfel: Leider nicht, es wäre sicher interessant es zu erfahren. „Freie Presse“: Das war heute der 126. Punktkampf und der 82. Sieg. Holzapfel: Nicht schlecht, ich werde mir Mühe geben die Zahlen noch anzuheben. „Freie Presse“: Wie ist das eigentlich mit dem Gewicht bei einem Fleischer. Das deftige Essen gehört ja dazu und 60 Kilogramm Körpergewicht sind nicht viel? Holzapfel: Ein Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen verachte ich nicht. Aber ich komme hin. Dabei klingt es sicher wie ein Witz, ist aber schön, dass ich nach der Geburt unserer Tochter Lene drei Kilogramm abgenommen habe.
|
| 29.10.2007 |
| Auswärtskampf gegen SV Luftfahrt Berlin |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Berlin. Die blütenweiße Weste des nach acht Vorrundenkämpfen ungeschlagenen AV Germania Markneukirchen ist mit Beginn der Rückrunde dahin. Beim SV Luftfahrt Berlin wurde durch Verletzungen „stark gebeutelt“ vor einer stimmungsvollen Kulisse nach einer 10:7-Pausenführung noch 18:20 verloren. Da Auerbach in Greiz zu einen bemerkenswerten 27:13-Erfolg kam, Potsdam gegen Gelenau 26:10 gewann und Lichtenfels keine Mühe hatte in Taucha mit 29:8 zu punkten, bleibt der AV Germania trotzdem mit 16:2 Zählern Tabellenführer der Nordstaffel vor Lichtenfels (15:3), Auerbach (13:5), Jena (10:6) und Greiz (10:8). Bis zur allerletzten Minute vor dem Wiegen herrschte Hektik im Germania-Lager, denn das zweite Auto mit Heiko Holzapfel und Danny Latzke stand zweieinhalb Stunden im Stau und kam so erst auf dem letzten Pfiff an. Trotzdem war der Auftakt erfolgreich. Die neue bulgarische „Fliege“ Anton Bajraktarov sorgte bei ihrem Debüt gegen Henning Wahl mit beeindruckenden Rollen für die 3:0-Führung. Doch die war sofort dahin, als Altmeister Andrè Backhaus gegen Radoslaw Dublinowski nach gewonnener ersten Runde im dritten Durchgang verletzt aufgeben musste. Bravourös kämpfte auch der lange verletzte Heiko Holzapfel gegen den Vierten der Deutschen Meisterschaft Sven Cammin. In einem Fünf-Runden-Kampf unterlag er denkbar knapp mit 2:3. „Am Ende fehlte einfach noch die Kraft“, resümierte „Äppel“ verärgert. Dann gab es ein Novum. Filip Köszeghy gewann nach bisheriger Wertung in einem engen Kampf gegen den polnischen Europameisterschaftsteilnehmer Pawel Jaltoszuk zwar mit 3:1, wurde aber trotzdem nur als 1:0-Sieger ausgerufen. Der Grund: er hatte keine technische Wertung erzielt, sondern nur Zusatzpunkte im Bodenkampf bekommen. Den Ärger darüber übernahm danach der wie entfesselt loslegende Erdzhan Ibryam. Er legte Abubakar Achmerzaev schon nach 1:40 min auf Ast. Dann kam`s knüppeldick. Björn Hauck hatte gegen die Berliner „Bank“ Lukas Dublinowski keine Chance und verlor 0:4. Auch Denny Latzke stemmt sich lange dem zweimaligen polnischen Europameisterschaftsteilnehmer Wojiech Makowski entgegen, konnte aber die Schulterniederlage nicht verhindern. Da die Berliner für Marian Mihalik keinen Gegner stellten, verkürzte Germania auf 14:15. Und die Musikstädter gingen sogar in Führung. Ein energiegeladener Tomas Sobecky wollte die umstrittene Disqualifikationsniederlage aus dem Vorjahr an gleicher Stätte gegen den Berliner Mannschaftskapitän Klaus Prestele unbedingt wettmachen. Sobecky war einfach nicht zu halten, trumpfte mit sehenswerten Aushebern auf, drängte vor allem seinen Kontrahenten kraftvoll von der Matte und wurde am Ende 4:1-Sieger. Schade, dass die 18:16-Führung im letzten Kampf nicht gehalten werden konnte. Andy Schubert stellte sich trotz Verletzung in den Dienst der Mannschaft, musste aber gegen Martin Obst aufgeben, womit der Mannschaftskampf 18:20 verloren wurde. Berlin feierte ausgelassen. In der Markneukirchner Kabine herrschte trotz der ersten Saisonniederlage keine Weltuntergangsstimmung. „Die Jungs haben trotz einiger Verletzungsprobleme ansprechend gerungen und für spannende Kämpfe gesorgt. Da schließe ich auch Backe, Heiko, Denny, Björn und Andy ein“, resümierte Trainer Mario Willomeit. Und er verwies auch darauf, dass in der 84-Kilogrammklasse Radoslav Siejak schon fehlte. Er nahm ebenso wie Adam Blok an den polnischen Jung-Senioren-Meisterschaften (bis 23 Jahre) teil. Der in Markneukirchener Diensten stehende 24-jährige Slowakische Meister und Europameisterschafsteilnehmer Filip Köszeghy schaute in Berlin nach seinem 1:0-Sieg über den Polen Pawel Jaltoszuk verwundert auf die Ergebnistafel. Mit dem 100-Kilogramm wiegenden Studenten der Naturwissenschaft, der täglich im Armee-Club VSC Dukla Trencin trainiert, sprach unmittelbar danach Frank Büttner. „Freie Presse“: Sie machen trotz des Sieges nicht gerade ein freundliches Gesicht? Filip Köszeghy: Stimmt. Das 1:0 ist sicher in Ordnung, aber eben zu wenig. Schuld bin ich aber selber, weil ich in all den vier Runden keine reine technische Wertung erzielen konnte. Ein 3:1-Sieg wäre für die Mannschaft besser gewesen. „Freie Presse“: Man lernt eben nicht aus. Köszeghy: So ist es, obwohl ich schon 15 Jahre auf der Matte stehe. „Freie Presse“: Und da schon einige bemerkenswerte Erfolge erzielten. Köszeghy: Es wird langsam. Nach Erfolgen im Juniorenbereich war ich 2006 Meister bei den Männern und in diesem Jahr Silbermedaillengewinner. „Freie Presse“: Sie fehlten viermal hintereinander in der Germania-Staffel. Köszeghy: Ich vertrat unsere Armee in der 120-Kilogramm-Kategorie bei den Militär-Weltmeisterschaften in Indien. Die Erlebnisse dort waren zwar toll, aber meine Ergebnisse nicht so. Im ersten Kampf verlor ich gleich gegen den späteren Weltmeister aus Weißrußland und nach der Niederlage gegen einen Polen kam das vorzeitige Aus. „Freie Presse“: Mit 100 Kilogramm Gewicht sind Sie aber auch kein echter Schwergewichtler.. Köszeghy: Das ist richtig. Auf der anderen Seite musste ich für meinen ersten Start heute im Halbschwergewicht vier Kilogramm abspecken, was ebenso wie die ganze Indienreise schon schlaucht. „Freie Presse“: Wo sehen Sie bei sich noch Reserven? Köszeghy: Ich muss einfach lernen meine Größe noch besser umzusetzen. „Freie Presse“: Sie starten das erste Mal in Deutschland. Gefällt es Ihnen? Köszeghy: Markneukirchen ist für mich von der ganzen Atmosphäre her rundum ein großes Erlebnis. Und da ich bei meinen täglichen Trainingspartner aus Trencin Marian Mihalik im Auto ins Vogtland mitfahre, sind wir auch darüber alle Beide zufrieden.
|
| 22.10.2007 |
| Heimkampf gegen Greiz |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Markneukirchen. Spannung pur bis zum allerletzten Kampf erlebten 488 begeisterte Zuschauer beim stürmisch bejubelten 20:17-Sieg des AV Germania Markneukirchen im ewig jungen Vogtlandderby gegen den RSV Rotation Greiz. Angetrieben von zwei an Lautstärke kaum zu überbietenden Fanblöcken holten die Aktiven auf beiden Seiten das Letzte aus sich heraus. Das begann gleich damit, dass „Fliege“ Stoyan Tsonev Iliev sein Versprechen einlöste, nach acht Vorrundenkämpfen ungeschlagen in seine Heimat Bulgarien zurückzukehren. Sein Kontrahent Steven Thomas gab ebenso auf wie Björn Hauck, der im Schwergewicht erneut für den bei der Militär-Weltmeisterschaft startenden Filip Köszeghy einsprang und gegen den Ex-Markneukirchner Olrik Meißner keine Chance sah. Es stand 4:4 und die Karten wurden neu gemischt. Mariusz Los trumpfte clever ringend gegen den mehrfachen tschechischen Meister Petr Klikos speziell mit Durchdrehern auf und brachte mit seinem 3:0-Erfolg Germania 7:4 in Führung. Die baute der eiskalt bis in die Zehenspitzen seine Chancen nutzende Altmeister Andrè Backhaus gegen Philipp Grundmann mit einem technischen Überlegenheitssieg sogar auf 11:4 aus. Doch die Greizer hielten Anschluss. Dabei legte sich Heiko Holzapfel gegen Radoslaw Kiesiel lange mächtig ins Zeug. Nach einer umstrittenen Beinschere musste er eine Schulterniederlage einstecken, womit Germania zur Pause nur noch 11:8 führte. Und in der gab`s große Aufregung. Marian Mihalik hatte sich beim Warmmachen mit einem Mannschaftskameraden eine stark blutende Platzwunde am Kopf zugezogen. Fest umwickelt stellte er sich trotzdem Steffen Lippke. Und wenn der Kampf auch mehrfach unterbrochen werden musste, weil neues Verbandsmaterial nötig wurde, war sein 3:0-Erfolg dank gelungener Durchdreher eine sichere Sache. Dagegen fand der junge Erdzhan Ibryam diesmal nicht zur gewohnten Form und musste gegen den routinierteren deutschen Vize-Meister Lukasz Niewiadowski eine technische Niederlage hinnehmen. So wurde die Begegnung zwischen Radoslav Siejak und der Greizer „Bank“ Evgheni Valentir zum Schlüsselkampf. Und der in Markneukirchner Diensten stehende polnische Gastringer bewies unter ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen was für ein Kämpfer er ist. Die letzten Kräfte mobilisierend drängte er Valentir mehrfach von der Matte und gewann 3:0. Doch es wurde noch einmal eng, denn Andy Schubert stand gegen den noch aus Markneukirchner Zeiten bekannten Falk Schlehahn auf verlorenem Posten und unterlag klar. Beim Stand von 17:16 für Germania musste also der letzte Kampf die Entscheidung bringen. Und die Halle stand Kopf, als Tomas Sobecky auf den athletisch stärkeren deutschen Juniorenmeister und diesjährigen Dritten der Junioren-Europameisterschaften Damian Hartmann traf. 1:1 stand es nach zwei Runden, dann gaben die routinierten Ausheber von Sobecky den Ausschlag für seinen 3:1-Sieg. Germania war damit auch im achten Saisonkampf erfolgreich und schloss die Vorrunde ungeschlagen ab. Der Greizer Trainer Falk Schlehahn gratulierte anerkennend dazu und Markneukirchens Coach Mario Willomeit hob wie vor einer Woche gegen Lichtenfels hervor, dass solche Kämpfe eine Werbung für den Ringkampfsport darstellen. Da der AC Lichtenfels bei Luftfahrt Berlin 24:17 gewann und sich TuS Jena beim RC Potsdam 20:13 behauptete, bleibt Markneukirchen mit 16:0 Punkten ungeschlagener Tabellenführer vor Lichtenfels (13:3), Auerbach (11:5), Greiz und Jena (beide 10:6) Nach dem achten Sieg in Folge beim Vogtlandderby gegen Greiz gab es im Germania-Lager nur strahlende Gesichter. Auch beim Vereinsvorsitzenden Peter Meinel. Mit dem 48-jährigen ehemaligen Spartakiadesieger, der selbst insgesamt 17 Jahre auf der Matte stand und heute Geschäftsführer der Firma M&H ist, sprach Frank Büttner „Freie Presse“: Es ist unschwer zu erkennen, dass Sie nach dieser tollen Vorrunde zufrieden sind. Peter Meinel: Das reicht gar nicht. Ich bin einfach riesig stolz auf die Mannschaft, die Trainer und Fans sowie den Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt. „Freie Presse“: Wobei die am kommenden Samstag bei Luftfahrt Berlin beginnende Rückrunde sicher schwerer wird. Meinel: Das stimmt. Wir müssen schließlich in schweren Auswärtskämpfen bei den Mitfavoriten Auerbach, Lichtenfels und Greiz antreten. „Freie Presse“: Nehmen wir `mal an, die Siegesserie hält weiter an. Ist die 1. Bundesliga ein Thema? Meinel: Diese Frage hatte ich erwartet. Ich kann und will sie auch noch nicht beantworten, weil sie offen ist. In dieser Woche findet eine Vorstandssitzung statt, da wird diese Thematik auch anstehen. „Freie Presse“: Der Greizer Trainer Falk Schlehahn ist der Meinung, dass Markneukirchen und Greiz durchaus das Zeug hätten im Mittelfeld der 1. Bundesliga mitzuhalten. Meinel: Womit er sicher recht hat. Aber es gibt auch andere Aspekte. “Freie Presse“: Und die wären? Meinel: Selbst im Ringerbund mehren sich die Stimmen, dass die gegenwärtigen drei Staffeln nicht das Gelbe vom Ei sind, eine Eingleisigkeit in beiden Bundesligen mehr Qualität bringen würde. Da wären wir für die Eliteklasse wohl zu schwach. Also warten wir erst einmal ab. „Freie Presse“: Und welche Wünsche hat der Vereinsvorsitzende sonst? Meinel: Dass wir das Thema 2. Mannschaft nicht abschreiben, wir im Nachwuchs an alte Zeiten anknüpfen und unser Verein insgesamt weiter auflebt.
|
| 15.10.2007 |
| Heimkampf gegen AC Lichtenfels |
|
Von Frank Büttner, „Freie Presse“ Markneukirchen. Ringkampfkost vom Feinsten und eine Stimmung wie lange nicht erlebten über 400 begeisterte Zuschauer beim 26:16-Erfolg des AV Germania 06 im Zweitliga-Spitzenduell über den fränkischen AC Lichtenfels. „Das war eine Werbung für den Ringkampfsport“, schätzte Germania-Trainer Mario Willomeit am Ende ein, was Lichtenfels Trainer Ali Hadidi mit den Worten bestätigte: „Es hat Spaß gemacht hier in Markneukirchen zu ringen. Die bessere Mannschaft hat verdient gewonnen“. Die Luft brannte förmlich von Beginn an in der neuen Sporthalle, denn zwei ebenso lautstarke wie erfreulich faire Fanblocks sorgten für eine tolle Atmosphäre. Und es begann gleich mit einem Paukenschlag, denn der 19-jährige Stojan Tsonev Iliev knallte schon nach 43 Sekunden seinen bulgarischen Landsmann Dean Peev auf Schultern und brachte Germania mit 4:0 in Führung. Die war aber sofort dahin, denn der für den bei der Militär-Weltmeisterschaft antretenden Filip Köszeghy einspringende Björn Hauck stand gegen den 66 Pfund schwereren georgischen Europameisterschaftsdritten Mirian Giorgadze auf verlorenem Posten. Mariusz Los brachte jedoch postwendend die Musikstädter nach vorn. Mit energischen Bodenrollen besiegte er Valentin Peev mit technischer Überlegenheit. Dann kochte die Halle. Germania-Oldie Andrè Backhaus erinnerte mit einer tollen kämpferischen Leistung an frühere Glanzzeiten und bezwang in einen mitreißenden Fünf-Runden-Kampf den als hohen Favoriten gehandelten deutschen Kaderringer Steffen Hartan mit 3:2. „Jetzt kann ich beruhigt ein paar Tage zum Angeln fahren“, meinte er danach launig. Und die Hochstimmung hielt an. Heiko Holzapfel, nach langer Verletzungspause in dieser Saison noch nicht eingesetzt, erfuhr erst eine Stunde vor dem Kampf, dass er für den fehlenden Sascha Horlbeck einspringen müsse. Er tats im Sinne der Mannschaft sofort. Gegen Asygat Baschpajew führte er sogar schon 2:0, doch am Ende fehlten verständlicher Weise die "Körner" und er unterlag nach toller Gegenwehr noch 2:3. Die Zuschauer wussten es zu honorieren. Dann drei Siege in Folge. Marian Mihalik machte seinem Namen als Minimalist einmal mehr alle Ehre und bezwang in einer „engen Kiste“ Tobias Schütz mit 3:0. Auch Erdzhan Ibryam mit einem 3:1 über Erik Kamm und Radoslav Siejak mit einem 3:2-Erfolg über Florian Dörfler hatten Schwerstarbeit zu verrichten. Andy Schubert stand gegen den bulgarischen Vizemeister Serghei Sissov auf verlorenem Posten, verletzte sich dazu noch, bekam aber trotz seiner technischen Niederlage für seinen Kampfgeist anerkennenden Beifall. Den erhielt auch Tomas Sobecky, der einmal mehr für den würdigen Abschluss sorgte. Mit einem imponierenden Wurf über die Brust in Führung gehend, warf sein Kontrahend Timo Goller das Handtuch. In weiteren Begegnungen bezwang der AC Auerbach den RC Potsdam 26:16, fertigte TuS Jena den AC Taucha mit 34:3 ab und gewann Luftfahrt Berlin beim RSK Gelenau mit 26:12. Germania Markneukirchen hat als einzige Mannschaft noch eine weiße Weste und bleibt mit 14:0 Punkten Tabellenführer der Nordstaffel vor Auerbach (11:5), Lichtenfels (11:3) und Greiz (10:4) Mit sieben Siegen in allen sieben Saisonkämpfen ist der mehrfache bulgarische Jugend- und Kadettenmeister Stoyan Tsonev Iliev derzeit Markneukirchens einziger Ungeschlagener und damit Punktbester. Nach seinem Blitzsieg gegen Lichtenfels unterhielt sich Frank Büttner mit dem im Städtchen Carkaloyan in der Nähe von Russe beheimateten Sportstudenten. „Freie Presse“: Stoyan, als erstes müssen wir `mal klären, weshalb Ihr Nachname in Protokollen einmal mit Tsonev und dann wieder mit Iliev angegeben wird. Stoyan Tsonev Iliev: Das passiert oft, weil bei uns der Name des Vaters mit dabei ist. Stoyan Tsonev Iliev ist richtig. „Freie Presse“: Ihr heutiger Kampf war ein rein bulgarisches Duell. War das besonders aufregend? Ililiev: Eigentlich nicht, ich hatte meinen Gegner daheim schon einmal geschlagen. „Freie Presse“: „Was hat Ihnen Trainer Willomeit vor dem Kampf ins Ohr geflüstert? Iliev: „Das ich für einen ordentlichen Auftakt sorgen soll und damit die Mannschaft gut in diesen Spitzenkampf kommt. Ich freue mich, dass es geklappt hat. „Freie Presse“: Sie ringen zum ersten Mal im Ausland. Haben sich ihre Erwartungen erfüllt? Iliev: Voll und das nicht nur sportlich. Die Mannschaft ist eine prima Truppe und auch die Menschen hier sind sehr freundlich. Wir haben uns beispielsweise tüchtig gefreut, dass wir an Wochenenden urplötzlich von uns fremden Frauen mit Kaffee und Kuchen beschenkt wurden. „Freie Presse“: Am kommenden Wochenende werden Sie gegen Greiz Ihren letzten Kampf bestreiten. Iliev: Ja, ich ringe nur die Vorrunde, dann geht`s wieder heim. Und den letzten Kampf will ich natürlich auch noch gewinnen. „Freie Presse“: Und was steht in Bulgarien als Nächstes an? Iliev: Da nehme ich erst einmal meine Freundin in Arm, kümmere mich um mein Studium und bereite mich auf ein Turnier in der Türkei vor. „Freie Presse“: Würden Sie nächstes Jahr wieder nach Markneukirchen kommen? Iliev: Gern, obwohl es für mich immer schwerer wird das Fliegengewicht zu halten.
| Vorige Seite     Naechste Seite
|