Erste Niederlage zum Ende der Hinrunde für die Germanen


Bester Germane der Hinrunde - Darsam Dzhaparov

Markneukirchen – Die Bundesligaringer des AV Germania Markneukirchen haben den Spitzenkampf gegen den SC Kleinostheim mit 7:21 verloren und wurden damit von den Hessen zum Abschluss der Hinrunde von der Tabellenspitze der Bundesliga Staffel Ost verdrängt.


„Lieber einmal richtig, als die Niederlagen scheibchenweise hinnehmen zu müssen“, so Mannschaftsleiter Jörg Guttmann zum Ausfall mehrerer Stammringer. So konnte der Ausfall von Florin Tita (61 kg/GR) gar nicht ersetzt werden, die Gewichtsklasse blieb auf der Wiegeliste des AVG frei. Auch Franz Richter fehlte im AVG-Team, der Schwergewichtler saß bereits im Flieger zu den U-23-Weltmeisterschaften, die am Montag in Belgrad (SRB) angepfiffen werden. „Einem Nachholekampf stimmte der Deutsche Ringer- Bund leider nicht zu, denn Nachholkämpfe gibt es laut DRB nur noch bei außergewöhnlichen Vorgängen“, zitiert Jörg Guttmann die Antwort der DRB-Oberen, für die eine U-23-WM nicht dazu gehört. Als Ersatz vom Ersatz rückte Maximilian Simon eine Kategorie nach oben- und kämpfte zudem in den ungewohnten Freistilbereich, denn der Mittelhandbruch von Justin Müller ist noch nicht ausgeheilt und auch William Stier kämpft nicht auf der Matte, sondern in häuslicher Quarantäne mit einer Corona-Infektion.


Doch der Rehe nach, auch Kleinostheim hatte so einige Probleme; Razvan Kovacs (57 kg/FR) musste nur zur Siegerverkündung auf die Matte, da Kleinostheims Niklas Stechele wie Franz Richter für die U-23-WM nominiert ist und nicht eingesetzt werden konnte. Im Schwergewicht bestritt Anton Vieweg (130 kg/GR) seinen allerersten Bundesligakampf, der Markneukirchner Neuzugang verlor gegen den 11 Kilo schwereren Marc Bohnert nur 0:4 und fing sich damit ein gutes Zeugnis von AVG-Trainer Andy Schubert ein. Der lobte auch Patryk Dublinowski (98 kg/FR), der gegen den Fünften der Olympischen Spiele von Tokio und amtierenden Vize-Europameister Süleyman Karadeniz beim 0:8 die Niederlage in Grenzen hielt und dabei selbst noch Chancen hatte zu punkten. Dazwischen wurde Kleinostheims Krisztian Kecskemeti (61 kg/GR) kampflos zum Sieger erklärt, da der AVG diese Kategorie nicht besetzen konnte. Im letzten Kampf vor der Pause holte Münir Aktas (66 kg/FR) einen Mannschaftspunkt auf das Markneukirchner Konto, nachdem er Kleinostheims Ilir Sefai mit 3:1-Punkten bezwungen hatte. Zur Pause stand es 5:9 für die Gäste.


Zum Beginn des zweiten Abschnitt’s des Kampfabends baute der Staffelfavorit aus Hessen den Vorsprung auf 5:13 aus, DRB-Auswahlringer Pascal Eisele in Diensten des SC Kleinostheim, drückte Erik Löser nach zweiminütiger Kampfzeit auf beide Schultern. Als dann auch Marco Stoll (71 kg/GR) seinen Kampf gegen Artur Tatarinov mit 3:7-Punkten verlor und Maximilian Simon (80 kg) im ungewohnten Freistil von Christoph Henn in der fünften Minute des Kampfes auf beide Schultern gedrückt wurde, war die Begegnung entschieden.


Dennoch setzte Darsam Dzhaparov (75 kg/FR) angesichts seiner bisherigen Erfolgsbilanz von fünf Siegen aus fünf Kämpfen noch einen drauf und bezwang den türkischen Weltklasseringer Yakub Gör mit 5:1 Punkten. Dabei zog sich Dzhaparov eine Rippenverletzung zu, kämpfte jedoch bis zum Abpfiff nach sechs Minuten durch. Im letzten Kampf des Abends verlor Seyran Simonyan (75 kg/GR) gegen den Junioren-Europameister und Bronzemedaillengewinner der Junioren WM 2021 Alexandrin Gutu aus Moldawien mit 0:6 Punkten und gab damit nur zwei Mannschaftspunkte an den SC Kleinostheim zum 7:21-Endstand ab.


„Die Umstellungen im Mannschaftsgefüge waren schon enorm, die Kaderdecke ist bei uns eben nicht so dick, wie beim SC Kleinostheim, der eine Lücke schon mit guten Ringern füllen kann“, machte Mannschaftsleister Jörg Guttmann seiner Mannschaft keinen Vorwurf, sondern unterstrich, dass jeder seine Leistung gebracht hat, nur Kleinostheim eben mit der Mannschaft besser stand. „Die Qualität des SC Kleinostheim ist eben gut, das muss man neidlos anerkennen“, gratulierte Guttmann dem Gegner zum Sieg. Dem stimmte auch Kleinostheims sportlicher Leiter Thomas Sokolowski zu: „… wenn Markneukirchen hier mit voller Mannschaft antritt, wird es verdammt eng“.


Als Gast kam auch der ehemalige Nationaltrainer der DDR und spätere Freistil-Bundestrainer Wolfgang Nitschke zum Kampf nach Markneukirchen, der seine Gäste von einem ‚Ehemaligentreffen‘ mitbrachte, darunter auch Ex-Weltmeister Rifat Yildidz, der bei der Pressekonferenz die Fans aus der Musikstadt lobte: „… ich erinnere mich gerne an meine Kämpfe im Trikot des AVG Markneukirchen und das großartige- und sehr fachkundige Publikum, dass auch applaudierte, wenn ein Gegner einfach besser war“.

Am vergangenen Samstag war der SC Kleinostheim einfach die bessere Mannschaft, doch der AV Germania Markneukirchen kann mit vier Siegen und einer Niederlage die Hinrunde erhobenen Hauptes beenden, denn den zweiten Platz zur Herbstmeisterschaft haben den Ringern aus dem oberen Vogtland sicherlich nur Wenige zugetraut.


Jörg Richter


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