Starker Start der Germanen in die Rückrunde


Stolz präsentieren sich die AVG-Ringer nach starkem Rückrundenauftakt den Fans

Die Bundesligaringer des AV Germania Markneukirchen verbuchten zum Rückrundenstart einen klar anmutenden 16:6-Sieg über den KSC Hösbach. „Doch das Ergebnis spiegelt den spannenden Kampfverlauf nicht richtig wieder“, erklärt AVG-Trainer Andy Schubert bei der Pressekonferenz und bedankt sich zugleich bei den etwa 200 Zuschauern, die unter angeordneter 2-G-Regel in die Musikhalle gekommen waren.


Und die erlebten eine rasante Begegnung, die spektakulär begann, denn Valerij Borgoiakov (57 kg/GR) lag gleich zu Beginn seines Kampfes zurück, konterte dann aber den zweiten Angriffsversuch von Dennis Demirov und schulterte den bulgarischen Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Junioren-Europameisterschaft. Andersherum lief es für AVG-Neuzugang Magomedgadzhi Nurasulov (130 kg/FR), der nach starken Bodentechniken mit 9:0 in Führung lag, dann aber noch um den Sieg bangen musste, da sein Kontrahent Mohsen Siyar eine starke Aufholjagd startete und noch bis auf 8:9 heran kam. Der Schlussgong rettete den von Russland nach Serbien gewechselten Nurasulov, der damit seinen ersten Mannschaftspunkt für Markneukirchen zum 5:0-Zwischenstand holte.

Auch Roman Walter (61 kg/FR) absolvierte seinen ersten Saisonkampf für den AVG und er erwehrte sich der Angriffe des aktuellen WM-Neunten Mikyay Naim, der Bulgare konnte eine 3:0-Führung aus der ersten Runde noch auf 11:0 ausbauen, mehr ließ Walter nicht zu. Einen ausgeglichenen Kampf gab es zwischen AVG-Neuzugang Anton Vieweg (98 kg/GR) und Ilja Klasner. Der KSC-Halbschwergewichtler schob den jungen AVG-Ringer dreimal aus der Kampffläche, Vieweg konterte einmal und unterlag knapp mit 1:3. Ein Kampf mit Seltenheitswert, denn Kampfrichter Martin Buhz (Rostock) vergab keine einzige Passivitätsverwarnung. Auch Dustin Scherf (66 kg/GR) bekam es mit einem international erfahrenen Kontrahenten zu tun, doch Scherf bestimmte zunächst das Geschehen gegen den Bulgaren Dimitri Dobrov und ging mit einer 1:0-Führung in die Pause. In der zweiten Runde nutzte Dobrov die angeordnete Bodenlage zu einer Technik, die ihm den 3:1-Punktsieg einbrachte. Halbzeitstand 5:5, lange Gesichter in der Hösbacher Ecke, die sich aus den ersten Begegnungen mehr Punkte erhofft hatten.

Zum Beginn des zweiten Abschnitts des Kampfabends starteten die Gastgeber einen Zwischenspurt, Patryk Dublinowski (86 kg/FR) revanchierte sich gegen den DRB-Auswahlringer Johannes Deml für die Hinrundenniederlage und siegte mit 5:1 Punkten. Einen starken Kampf machte auch Stefan Coman (71 kg/FR), der den starken Gästeringer Niklas Dorn mit mit 4:0 in die Schranken wieß. Als auch Erik Löser (80 kg/GR) mit einem 9:0 über Evghenij Titowski durchstartete, war die Begegnung zugunsten des AVG entschieden, vor den beiden Weltergewichtsbegegnungen führte Markneukirchen mit 12:5.

Marco Stoll (75 kg/GR) zeigte gleich nach 7 Sekunden mit einem ansatzlosen Kopfhüftwurf, wer in diesem Kampf Herr auf der Matte in der Musikhalle ist. Nach 3:25 Minuten hatte Stoll 16:0 Punkte gesammelt, die zum Abbruch durch technische Überlegenheit führten.

Auch wenn die Begegnung damit bereits entschieden war, entfachte Markneukirchens Schlussringer William Stier (75 kg/FR) ein Feuerwerk, führte zur Pause gegen Steven Gottschling mit 6:1. doch der erfahrene Hösbacher KSV-Ringer setzte alles auf eine Karte und holte sich 6 Sekunden vor Kampfende das 7:6, der Mannschaftspunkt zum 16:6 nur noch etwas Ergebniskosmetik für die Gäste.

„Wir haben die Begegnung in den ersten fünf Kämpfen verloren, die Niederlagen in den Gewichtsklassen 57- und 130 Kilo haben uns den Nerv gezogen, zudem gingen viele knappe Entscheidungen an Markneukirchen“, so Mario Wohlfahrt, der dem AVG zum Sieg gratulierte.

„Es tut mir richtig leid, dieser Kampf hätte viele Zuschauer verdient gehabt, es war großartiger Sport der geboten wurde“, bedauert der AVG-Vorsitzende Jens Berndt die eingetretene Situation mit rasant steigenden Infektionszahlen, unter der nun erneut auch das Sportgeschehen leidet und hofft, dass die Saison dennoch zu Ende gerungen werden kann.


Jörg Richter


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