AVG setzt verstärkt auf den Nachwuchs


Die Trainingsgruppe der Kleinsten beim AV Germania nennt sich frech: 'Mattenbande'

Mit dem zweiten Platz in der Vorrundengruppe Ost der 1. Ringer-Bundesliga ist die Mannschaft des AV Germania Markneukirchen für die höchste Kampfklasse im kommenden Jahr qualifiziert. Doch in Markneukirchen plant man nicht nur für die kommende Meisterschaftsrunde, sondern auch für die Zukunft. Seit November arbeitet mit Bettina Wirth eine ehemalige Spitzenringerin im Nachwuchsbereich des Vereins. „Wir bieten dreimal Training in der Woche an, montags für Anfänger, dienstags und donnerstags für jene, die schon länger dabei sind“, so Bettina Wirth, die noch viele andere Ideen hat, um das Vereinsleben des AVG noch breiter zu gestalten.


Lust auf Ringertraining bekam Bettina Wirth bei einem Mannschaftskampf der AVG-Männer, Trainer Steffen Seifert hatte damals eine große Mädchengruppe um sich geschart, zu der sie, damals unter ihrem Mädchennamen Bettina Krupke stieß. Der Weg führte die Tochter von Geigenbaumeister Holger Krupke an das Leistungszentrum nach Jena, wo sie von Ex-Weltmeister Hartmut Reich 2005 zu Bronze bei den Europameisterschaften der Kadettinnen geführt wurde. 2006 legte die Markneukirchnerin einen 5. Platz bei den Europameisterschaften der gleichen Altersklasse nach und auch 2008 glänzte sie mit Platz fünf bei kontinentalen Meisterschaften, dann allerdings schon bei den Juniorinnen.

Bei Deutschen Meisterschaften stand Bettina Wirth dreimal auf dem obersten Treppchen, dreimal holte sie Silber. „2011 habe ich meine leistungssportliche Laufbahn beendet und eine Ausbildung als Fitnesskauffrau begonnen“, wollte Bettina Wirth nach dem Abitur auf eigenen Beinen stehen. „Bei meiner Arbeit in einem Fitness-Studio sammelte ich viele Erfahrungen, die ich nun ins Training einbringen kann“, nahm die 31-jährige 2020 ein Studium zum Fitnessökonom, mit Schwerpunkt Sportmanagement als Fernstudium auf. Bei einem Gespräch mit Jens Berndt erörterte der Vorsitzende des AVG, dass der Verein schön länger einen Trainer für die Talentschmiede sucht. „Da ich ohnehin zurück in die Heimat wollte, hatte ich natürlich Interesse, mich hier einzubringen“, so Bettina Wirth, die damit wieder in Markneukirchen ihren Anker warf.


„Der Start gestaltete sich hinsichtlich der Corona-Pandemie relativ schwer, dennoch füllte sich die Anfängergruppe zusehends, viele Kinder waren froh, endlich wieder Sport treiben zu können“, freut sich die neue Sichtungs- und Nachwuchstrainerin des AVG, vor allem über den Zustrom bei den Kleinsten. „Wir trainieren Schnelligkeit, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer, aber auch kämpferische Tugenden, die man im normalen Leben auch benötigt“, argumentiert Bettina Wirth, erst nach solider Grundausbildung geht es zum Ringen auf die Matte.

Unterstützt wird die junge Trainerin vom bisherigen Trainerstab des AVG, von Landestrainerin Anna Löffler, aber auch vom Vereinsvorstand. „Wir haben uns schon lange Gedanken darüber gemacht, den Nachwuchsbereich neu anzukurbeln, dazu muss man in den Schulen- und auch in Kindergärten präsent sein, die Sportart Ringen nach außen tragen und bei den Eltern und Kindern dafür werben, zudem die coronabedingte Auszeit im Schulsport Defizite bei den Kindern und Jugendlichen mit sich brachte“, so der AVG-Vorsitzende Jens Berndt, der sich über das Engagement von Bettina Wirth freut, die mit turnerischen Elementen und Spielformen für viel Spaß bei den Kleinsten sorgt. „Nun müssen wir Geduld haben und hoffen, dass aus der Talentschmiede irgendwann Ringer nachrücken, die in die Fußstapfen der Eigengewächse wie Justin Müller, Anton Noack, oder Franz Richter treten, aber auch Ringerinnen entwickelt werden, die vielleicht auch einmal Olympische Spiele ins Fadenkreuz nehmen, so wie das Gold-Mädel Aline Rotter-Focken, die in Tokio die erste olympische Medaille für das deutsche Frauenringen gewann - und dann auch noch Gold dazu.


Bettina Wirth mit dem 'Trainings-Champion' der Montagstrainingsgruppe: Franz Bergmann.

Die sächsischen Ringer geben am Samstag, ab 10 Uhr in Werdau den Startschuss in die neue Saison der Einzelmeisterschaften 2022. Die Junioren, sowie die A- und B-Jugend werden nach langer, coronabedingter Wettkampfpause die Kräfte im Freistil, sowie im griechisch-römischen Stil messen. Ein Doppelstart in beiden Stilarten ist dabei möglich, da die ersten Sachsenmeister zunächst im Freistil ermittelt werden, danach sind die Griechisch-Römisch-Spezialisten am Zug.

Die vogtländischen Vereine AVG Markneukirchen, KSV Pausa, ASV Plauen und Plauener RSV entsenden eine ordentliche Anzahl von Nachwuchsathleten ins westsächsische Werdau, wo sie sich gegen die Ringer-Asse aus Leipzig, Taucha, sowie aus dem Chemnitzer Raum und Ostsachsen beweisen wollen.

Die Eröffnung in der Sporthalle am Gymnasium (A.-v.-Humbold-Str.) in Werdau ist für 10 Uhr geplant, danach erfolgt der Anpfiff der ersten Begegnungen


Trainingszeiten AV Germania Nachwuchs:

Montags 16:30 - 17:30 Uhr (Anfänger 5-9 Jahre)

Dienstags 17 - 18:30 Uhr (10 - 15 Jahre)

Donnerstags 17 - 18:30 Uhr (10 - 15 Uhr)


Bericht: Jörg Richter

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