Vorschau DRB Bundesliga

Markneukirchen – Am Dienstagabend stimmten die Verantwortlichen des AV Germania Markneukirchen Fans und Sponsoren mit einer Pressekonferenz auf die neue Meisterschaftsrunde in der höchsten Kampfklasse der Ringer ein, die am Samstag für die Staffeln Ost und Südost beginnt, nachdem die Staffeln Südwest und West am vergangenen Wochenende mit einem Doppelkampftag in die Saison 2021/2022 starteten.


Der Vereinsvorsitzende Jens Berndt nahm zunächst Stellung zum Hallenneubau, nachdem die fast fertiggestellte Arena im Frühjahr dieses Jahres den Flammen zum Opfer fiel. Der Vorsitzende bedankte sich bei über 500 Spendern, die den Verein in seiner Notlage unterstützten, aber auch den kommunalen Institutionen für die vielfältige Unterstützung im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner, der zur Pressekonferenz aus terminlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, sicherte die Unterstützung der Stadt zu, und selbst Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nahm sich der Sache an, so dass in den nächsten Jahren an gleicher Stelle in der Schützenstraße eine neue Arena entstehen wird.


AVG-Mannschaftsleiter Jörg Guttmann übernahm die Vorstellung der Mannschaft, die in der nun beginnenden Saison möglichst einen Play-Off-Platz (1.-4.) erreichen soll, um die Klasse zu halten. Dabei hielt Guttmann noch einige Überraschungen bereit, „… sofort nach dem coronabedingten Abbruch der vergangenen Saison ging es in die Planung der diesjährigen Meisterschaftsrunde, und wir hatten uns schon frühzeitig nach ausländischen Verstärkungen für unser junges Team umgesehen. So stoßen neben Valerij Borgoiakov (57 kg) zwei weitere russische Ringer zum Team hinzu. Darsam Dzhaparov wird im Limit bis 75 und 80 Kilo in die Freistilkämpfe eingreifen, im Schwergewicht wurde Magomedgadzhi Nurasulov (130 kg/Freistil) verpflichtet. „Nurasulov wechselte kürzlich die Nationalität, geht nun für Serbien auf internationale Matten. „Von den Ringern aus nichteuropäischen Staaten darf nur jeweils einer je Mannschaft eingesetzt werden, Nurasulov fällt damit in die EU-Kategorie“, hatte Guttmann ein gutes Gespür für diesen Neuzugang, denn damit kann Borgoiakov, oder Dzhaparov zudem eingesetzt werden“, erklärt Guttmann.


Die uralte Wiege des Ringkampfsports steht in Vorderasien, in den Ländern wie Georgien, Armenien, Aserbaidschan. In der russischen Teilrepublik Dagestan ist Ringkampf Nationalsport. Zu diesen Nationen gehört auch die Türkei und natürlich sind diese Ringer in den Bundesligateams besonders begehrt. Auch Markneukirchen wird in der kommenden Saison zwei Türken aufbieten, Muenir Aktas wird das Limit bis 66 Kilo im freien Ringkampf besetzen, Tarik Guer steht wie Darsam Dzhaparov in der Kategorie 75-, oder 80 Kilo im Freistil bereit.

„Es sind Ringer, die national in ihren Ländern, aber auch international schon einige Achtungserfolge erzielten und hungrig auf die Bundesliga sind, da es in ihren Ländern kaum Mannschaftskämpfe gibt. Wir sind bestrebt, unsere Mannschaft mit Ringern zu verstärken, die zu uns passen, wir wollen daher keine Superstars, sondern Athleten, von denen wir hoffen, dass sie sich schnell ins Team integrieren“, so Guttmann weiter.


AVG-Trainer Andre Backhaus blickte auf die kommende Meisterschaftsrunde, sieht die kompakte Mannschaft des AVG am Ende auf einem Play-Off-Rang. SC Kleinostheim gilt als Staffelfavorit, der KSC Hösbach, der sich enorm verstärkt hat, eher als Wundertüte. „Das ist gleich eine wichtige Standortbestimmung im ersten Kampf am kommenden Samstag“, weiß Backhaus, dass es keinen solch klaren Sieg wie im vergangenen Jahr zum Auftakt an gleicher Stelle geben wird, hofft aber dennoch, beide Zähler aus Hösbach wieder mit nach Markneukirchen nehmen zu können. Es folgt das Duell gegen den RV Lübtheen, der Heimatstadt von Andre Backhaus noch vor der Wettkampfpause, die wegen den Thor Masters in Dänemark und der anstehenden Weltmeisterschaft in Oslo (NOR) folgen wird, bevor der erste Heimkampf am 16. Oktober ansteht, bei dem es gegen die Ringer des FC Erzgebirge Aue gehen wird.


Auch der Etat des AVG wurde angesprochen, der Vorsitzende Jens Berndt verwies auf den großen Sponsorenpool des AV Germania mit einer Vielzahl mittelständischer Unternehmen aus der Region, die auch während der Corona-Pandemie und dem Brand zu den Ringern aus dem oberen Vogtland standen.

In die Zukunft blickend zeigte der AVG-Vorsitzende auch einige Nachwehen der Corona-Pandemie auf, denn die Talentschmiede soll mit dem Neustart wieder auf solide Beine gestellt werden. Die ehemalige Ringerin Bettina Krupke, die in ihrer aktiven Laufbahn auch internationale Erfolge erzielte, soll den bestehenden Trainerstab unterstützen, wieder eine schlagkräftige Nachwuchsabteilung aufzubauen.


Jörg Richter

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