Wichtige Hürde auf dem Weg zu Olympia für AVG-Schwergewichtler

Wenn Franz Richter am Sonntagmittag in der Barys-Arena auf die Ringermatte tritt, dann ist das ein weiterer Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn, in der er schon vieles erreicht hat. EM-Silber und WM-Bronze hat er schon erkämpft, das war allerdings noch in seiner überaus erfolgreichen Zeit im Juniorenbereich. Doch auch bei den Männern hat der Schwergewichtler vom AV Germania Markneukirchen schon an den Medaillen gekratzt, bei den Europameisterschaften 2022 unterlag er im Kampf um Bronze dem Finnen Konsta Mäenpää mit 1:1 Punkten. Zuvor hatte er den Vize-Olympiasieger von 2016 Jacobi Kajaia (GEO) mit 4:1 Punkten aus dem Rennen geworfen.
Viel Schweiß, Schmerz und Tränen auf dem Weg in die Spitze, den ewigen Ruhm für den Erfolg gibt es dafür im Ringen nicht. Da wird vergleichsweise die Kreismeisterschaft im Fußball mancherorts größer gefeiert. „Doch mir macht es einfach Spaß, hart zu trainieren, meine Grenzen zu testen und mich mit den Gegnern im fairen Kampf zu messen“, so Franz Richter, der Sportwissenschaften studiert und mit dem Masterabschluss beenden möchte.
Unterstützung für seinen sportlichen Weg bekommt Richter, der seinen Lebensmittelpunkt vor fünf Jahren nach Heidelberg verlegte, um in der Sportfördergruppe der Bundeswehr zu trainieren, nicht. Nach einigen Jahren, in denen er seinem Leistungsvermögen auf der Ringermatte etwas hinterher lief, verlor er seine Stelle in der Sportförderkompanie. Einzig der Heimatverein AV Germania Markneukirchen, sowie der Bundesligist SC Kleinostheim, für den Richter seit dem Abstieg des AVG aus der 1. Bundesliga kämpft, stehen dem Modellathleten derzeit zur Seite.
2026 rappelte sich Franz Richter wieder auf, holte in souveräner Manier seinen insgesamt 5. Deutschen Meistertitel, gewann das Grenzlandturnier in den Niederlanden, den Großen Preis von Spanien und siegte letztendlich beim hochdotierten Pytlashinski-Turnier in Polen, womit sich der 28-jährige das Ticket für die Weltmeisterschaft in Astana sicherte.
In Leipzig geboren, machte Franz Richter seine ersten Schritte auf der Ringermatte unter Anleitung seines Vaters Jörg beim SAV Leipzig, später beim KFC Leipzig. Zum Start der 7. Klasse wechselte Franz Richter an die Sportschule nach Frankfurt(O.), wo damals die besten Griechisch-Römisch-Kämpfer entwickelt wurden und holte in Torgelow seinen ersten Deutschen Meistertitel in der B-Jugend. Sein Trainer Heinz Thiel führte den jungen Ringer von Erfolg zu Erfolg, 2018 gewann Franz Richter in Rom (ITA) EM-Silber bei den Junioren, wenige Wochen später WM-Bronze in Trnava (SVK).
Als Heinz Thiel seine Trainerlaufbahn und sein Trainingspartner Christian John seine sportliche Karriere beendeten, wechselte Franz Richter auf Anraten des Bundestrainers nach Heidelberg.
Sein Ziel: vielleicht auch eine Olympia-Medaille zur Sammlung seiner Mutter Kristina dazulegen zu können, die 1988 und 1992 Gold im Doppelvierer der Ruderinnen gewann und auch mehrfach Weltmeisterin wurde. Aber vor allem, um sich selbst zu beweisen, dass man mit hartem Training alles erreichen kann. Die Weltmeisterschaft in Astana ist damit eine wichtige Hürde in Richtung Los Angeles 2028, nicht mehr und auch nicht weniger. rjö











Kommentare