Zwischenfazit


Jörg Guttmann und Roman Walter

Markneukirchen - Die Bundesligaringer des AV Germania Markneukirchen stehen in der Vorrundenstaffel Ost auf dem 2. Tabellenplatz, punktgleich mit dem Staffelfavoriten SC Kleinostheim. Die Siegesserie in der Hinrunde, mit nur einer Niederlage, sowie der erfolgreiche Start in die Rückrunde war so nicht absehbar, der AVG liegt damit weit über den selbst gesteckten Zielen. Wir sprachen mit Mannschaftsleiter Jörg Guttmann über den Höhenflug des vogtländischen Bundesligateams.

Platz 3-, oder 4 war in der Vorrundengruppe Ost anvisiert, das Ziel war damit Klassenerhalt für die Markneukirchner Ringer. Womit erklärst du dir den augenblicklichen Höhenflug ?

Jörg Guttmann: „Ich denke, dass wir schon bei der Zusammenstellung der Mannschaft ein gutes Händchen hatten, es kamen ausländische Verstärkungen die einfach passen, zudem hilft uns die breite- und ausgesprochen gute, deutsche Achse. Zum Rückrundenstart gegen den KSC Hösbach haben wir nur drei Ausländerstellen besetzt und trotzdem klar gewonnen, das zeigt die stärke unserer deutschen Ringer, die allesamt aus der Region kommen“.

Wie kommt man eigentlich zu Spitzenringern wie Darsam Dzhaparov, oder Münir Aktas ?

Jörg Guttmann: „Das geht zumeist über Empfehlungen, aber ich denke, dass Markneukirchen international einen guten Namen unter den Ringern hat. Auch spricht sich Zuverlässigkeit und Teamgeist herum, so dass sich auch Spitzenringer bei uns melden, die für unsere Mannschaft kämpfen wollen. Bei Dzhaparov und Aktas waren es Empfehlungen von Ringern, die auch schon für uns gerungen haben“.

Welchen Ausschlag gibt dabei das Umfeld des Vereins und vor allem die Fans ?

Jörg Guttmann: „Neben dem Sponsoring sind der Vorstand und die Zuschauer die wichtigsten Säulen für eine intakte Mannschaft. So war auch die Stimmung nach der klaren Niederlage gegen Kleinostheim nicht getrübt, jeder wusste, dass wir in dem Duell gegen den eigentlichen Staffelfavoriten geschwächt waren, aber Jeder hat alles gegeben. So ist Maximilian Simon nach der Arbeit noch angereist, um zwei Gewichtsklassen höher- und darüber hinaus im ungewohnten Freistil dem Team zu helfen. Auch der Einsatz von Andre Backhaus, der sich mit 51 Jahren noch einmal in den Dienst der Mannschaft stellte und dabei 8 Kilo Gewicht reduzierte, setzte ein dickes Ausrufezeichen und zeigte den Zusammenhalt in der Mannschaft“.

Der AV Germania hat sich also gut verstärkt, die Stimmung im Team ist gut – was machen dann die anderen Mannschaften falsch ?

Jörg Guttmann (lacht): „Nichts, die Spitzenteams wie der SC Kleinostheim, KSC Hösbach und der RSV Rotation Greiz kämpfen alle auf einem Level, Jeder kann Jeden schlagen, doch auch der FC Erzgebirge Aue und der RV Lübtheen dürfen nicht unterschätzt werden. So hat Greiz am vergangenen Samstag gegen Kleinostheim sechs der zehn Duelle knapp gewonnen, dennoch mit 8:16 verloren, dass zeigt, wie eng Sieg und Niederlage zusammen sind. Auch die Niederlage gegen Kleinostheim hat unsere Mannschaft gut verkraftet, wir greifen nun in der Rückrunde neu an“.

Welche Rolle spielt der Etat ?

Jörg Guttmann: „Wir dürften mit unserem Etat eher im hinteren Drittel der 26 Bundesligateams liegen, haben dabei viele Partner aus der regionalen Wirtschaft, die auch in der Coronakrise zu uns stehen. Auch dass spricht sich unter den Ringern herum, die verstärkt auf Zuverlässigkeit- und nicht auf Versprechungen setzen. Mit den Spitzenvereinen wie Heilbronn, Mainz, Adelhausen, oder Burghausen können wir uns natürlich nicht messen. Da sind wir natürlich froh, wenn vor allem unsere deutschen Ringer auf lange Reisewege-, aber auch eine höhere Punktprämie verzichten, und im eigenen Bundesland bleiben“.

Werden nun die Ziele höher gesteckt ?

Jörg Guttmann: „Je besser wir in unserer Vorrundengruppe abschneiden, desto höher ist die Chance, im Achtelfinale einen Gegner zu bekommen, gegen den man sich Siegchancen ausrechnen könnte“.

Das Gespräch führte Jörg Richter

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