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Andre Backhaus: ‘... ich will in meiner alten Heimat den letzten Titel holen ‘

  • vor 22 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

An der Ostsee wurden 2026 die German Masters im Ringen ausgetragen und die Verantwortlichen des SV Warnemünde sorgten bei den Wettkämpfen der 35- bis 60-jährigen für reibungslose Titelkämpfe mit schönem Umfeld.


Selbst die Sportministerin des gastgebenden Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern gab sich die Ehre die German Masters zu eröffnen und zeigte sich begeistert: „Ich habe selten so viele durchtrainierte Männer getroffen, die so sportlich aussehen und keine Teenager mehr sind, Ringen hält ganz offensichtlich jung und fit“, sagte Stefanie Drese bei der Eröffnung der Deutschen Meisterschaften für die über 35-jährigen Ringer.


Rund 150 Athleten aus ganz Deutschland nahmen an den Titelkämpfen im griechisch-römischen Stil und Freistil teil. Die Ministerin hob hervor, dass Ringen zu den ältesten Wettkampfsportarten der Welt zählt und bis heute für Werte wie Kraft, Disziplin, Fairness und Respekt steht.

Für Markneukirchens Andre Backhaus waren es die ersten German Masters, aber zugleich auch die letzten Titelkämpfe seiner langen und erfolgreichen Laufbahn.


Gerade erst hatte ‘Backe’ seinen 56. Geburtstag gefeiert, damit kämpfte er in der ältesten zugelassenen Altersklasse der 55- bis 60-jährigen.


Andre Backhaus stammt aus dem Norden, in Lübtheen erlernte er bei Csaba Matrahazi das Ringer-A-B-C und kam aufgrund seines Talents an die Kinder- und Jugendsportschule nach Leipzig. Dort entwickelte sich Andre Backhaus unter den Fittichen von Frank Flieger zu einem internationalen Spitzenringer, 1988 holte er im österreichischen Wolfurth den ersten Junioren-Weltmeistertitel für die DDR überhaupt.


Es folgten zahlreiche nationale und internationale Erfolge, eine wohl größte Leistung war der Gewinn des Europameistertitels 1993 in Istanbul (TUR).


Nach dem Zusammenbruch der DDR kämpfte Andre Backhaus für die RWG Mömbris-Königshofen, später für den damaligen Serienmeister VfK Schifferstadt, bis er beim AV Germania Markneukirchen landete und im Vogtland eine neue Heimat fand – für die vogtländischen Ringer kämpft ‘Backe’ trotz vieler hochkarätiger Angebote heute noch und agierte die letzten Jahre auch als Trainer.


Bis vor einigen Jahren kämpfte Andre Backhaus noch im Ligabetrieb, bis ihn Verletzungen ausbremsten.


Doch nun wollte es Andre Backhaus noch einmal wissen, vor der einstigen Haustüre, wo er seine ersten Schritte auf die Matte machte, wollte er einen letzten Titel holen.


Mit einem Schultersieg über Karsten Jeschin (SV Schwarz-Weiß Sende) startete Andre Backhaus in die German Masters, in Runde zwei wieß er Henry Dethloff vom gastgebenden SV Warnemünde mit einem 12:0-Überlegenheitserfolg in die Schranken und schulterte im dritten Duell auch Artak Ischchanian (ASV Schwäbisch Hall). Im Finale schob Andre Backhaus seinen Hamburger Kontrahenten Levon Asatryan eins ums andere Mal aus der Kampffläche, beim Stand von 9:0 disqualifizierten die Kampfrichter Asatryan. Ohne einen einzigen Kampfpunkt abzugeben, feierte ‘Backe’ nach vier souveränen Siegen den Titelgewinn – den voraussichtlich letzten seiner langen und erfolgreichen Laufbahn.


Jörg Richter


 
 
 

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