Nach der Saison ist nicht gleich vor der Saison
- antonpetzold
- vor 12 Minuten
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Die Zweitligasaison 2025 ist Geschichte, es soll die vorerst letzte dieser Art gewesen sein, denn der Deutsche Ringer- Bund löst die zweithöchste Kampfklasse auf, die Teams der Nord- und Südstaffel sollen nunmehr in die 1. Bundesliga integriert werden.
Für mehrere Mannschaften aus der 2. Reihe personell, aber auch finanziell nicht machbar, auch die Mannschaftsleitung der WKG Markneukirchen/Gelenau signalisierte, dass man nicht aufsteigen wolle. „Eigentlich liegt es nicht am ‚wollen‘, sondern vielmehr am ‚können‘, denn dieser erneute Sprung nach oben wäre für uns ein finanzieller Kraftakt, den wir gar nicht stemmen können“, schüttelt der AVG-Vorsitzende Jens Berndt, dessen Verein bei der Wettkampfgemeinschaft für das Zweitligateam federführend ist, den Kopf.
„So wie die derzeitigen Strukturen sind, war es doch in den beiden höchsten Kampfklassen außerordentlich spannend“, ärgert sich auch Mannschaftsleiter Jörg Guttmann über ständige Strukturänderungen. Erst 2021 wurde die 2. Bundesliga wieder eingeführt, nachdem sich die DRL-Profiliga abseits des DRB gegründet hatte, zu der sechs Teams gehörten. Aus dem großen Rest der Erst- und Zweitbundesligisten wurde die neue Bundesliga gegründet, wobei man die beiden höchsten Kampfklassen zusammengezogen hatte,. „Schon damals waren die Niveauunterschiede der Teams gravierend, zudem wollte aus den Regionalligen schon damals keiner den Sprung in die Bundesliga wagen“, wirft Jens Berndt dem DRB vor, aus den damaligen Fehlern nichts gelernt zu haben.
Die WKG Markneukirchen/Gelenau möchte mit der Auflösung der 2. Bundesliga den Schritt ins Oberhaus nicht mitgehen, sondern in der Regionalliga Mitteldeutschland weiterkämpfen, die dann quasi zur zweithöchsten Kampfklasse mutiert.
Dem steht der Deutsche Ringer- Bund entgegen, der das als Mannschaftsrückzug bewertet, sanktioniert und laut seinen Statuten bestimmt, dass die Teams, die nicht in die 1. Bundesliga aufrücken, gleich zwei Ligen nach unten "degradiert" werden. Heißt für die WKG Markneukirchen/Gelenau, dass 4000 € Strafzahlung für den ‚Rückzug‘ gefordert werden und darüber hinaus in der Landes-Oberliga Sachsen gerungen werden muss, die WKG Gelenau/Markneukirchen II wird als Meister der Regionalliga bis in die Landesliga Sachsen zurückgestuft.
„Das ist Blödsinn...“, stellen sich die sportlichen Führungen des AV Germania Markneukirchen und RSK Gelenau diesem Ansinnen entgegen, wollen im Notfall gegen diese Vorgehensweise klagen. Damit stehen Markneukirchen und Gelenau nicht allein, denn gleich mehrere Teams der beiden Zweitligastaffeln denken ähnlich.
Die grundsätzliche Frage, die im schlimmsten Fall Gerichte zu klären haben, ist, ob es als Rückzug gilt, wenn man eine Liga verlässt, die es nicht mehr gibt, man damit den Aufstieg der Teams erzwingen, bzw, den Abstieg sanktionieren kann. Eine weitere Frage ist, ob sich der Deutsche Ringer- Bund weitere Klagen auf den Tisch ziehen kann, nachdem zuletzt eine ganze Reihe von Gerichtsterminen anstand und die Klagen auch noch nicht vom Tisch sind.
Viel Arbeit für den DRB-Vizepräsidenten für Recht, Manfred Zipper, der bei der Jahrestagung im November die Delegierten darum bat, nicht immer gleich zu klagen, sondern zu reden und zu kommunizieren.
„Wir haben geredet, die Vereine waren einstimmig für die Zusammenführung der 1. und 2. Bundesliga“, so DRB-Vizepräsident für Bundesligaangelegenheiten Manuel Senn, der den Trubel um Auf und Abstieg nicht nachvollziehen kann und hier eher ein Problem der ostdeutschen Vereine sieht. Senn plant mit 20 Teams, die insgesamt in der 1. Bundesliga 2026 kämpfen werden, sowie einem Aufsteiger aus der Regionalliga Baden-Württemberg, was dann eventuell drei Siebenerstaffeln in der Vorrunde 2026 ergeben wird.
„Mit uns hat man jedenfalls nicht gesprochen“, zuckt Jens Berndt mit den Schultern, hatte man vor mehreren Jahren einen ähnlichen Prozess gegen den DRB auch schon gewonnen“, stand für die Verantwortlichen in Markneukirchen frühzeitig fest, den Aufstieg in die 1. Bundesliga nicht realisieren zu können, da man finanziell auch noch mit dem Neubau der Arena zu kämpfen hat.
Insgesamt hofft man in Markneukirchen und Gelenau auf eine gütliche Einigung mit dem DRB, zum Start der WKG in der Regionalliga Mitteldeutschland, auch der RV Lübtheen würde in diesem Fall einen Antrag auf Aufnahme in die Regionalliga stellen, da Mecklenburg-Vorpommern kein Mitglied der Zweckgemeinschaft Ringen in Mitteldeutschland ist. Es steht also noch viel Gesprächsbedarf an, bis am 15. Januar die Mannschaften für die neue 1. Bundesliga- und am 20. Januar für die Regionalliga Mitteldeutschland gemeldet werden müssen.
Jörg Richter



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