AC Lichtenfels vs. AVG Markneukirchen 17:17


Mit dem 17:17 schuf sich die Mannschaft des AVG Markneukirchen eine gute Ausgangsposition für den Rückkampf in einer Woche in Markneukirchen. Einige Helfer und Funktionäre begleiteten die Mannschaft trotz aller Einschränkungen.

Mit einem leistungsgerechten 17:17-Unentschieden verabschiedeten sich die Mannschaften des gastgebenden AC Lichtenfels und des AV Germania Markneukirchen aus dem Achtelfinal-Hinkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Ringen.


Geisterkulisse herrschte in der über 2000 Zuschauer fassenden Adam-Ries-Halle in Bad Staffelstein, wo der AC Lichtenfels seine Heimkämpfe coronabedingt hinverlegt hat. „Die Halle wäre voll geworden, die Stimmung entsprechend riesengroß gewesen“, schüttelt ACL-Trainer Tobias Schütz bedauernd den Kopf und auch AVG-Mannschaftsleiter Jörg Guttmann stimmte zu, „… wir hätten auf jeden Fall 200 bis 300 Fans mitgebracht“. Am Ende fand die Begegnung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – dieses Achtelfinale hätte eine große Kulisse verdient gehabt.


Schock für die Trainerecke des AVG gleich im ersten Duell, als Razvan Kovacs (57 kg/FR) gegen den Türken Ahmed Peker kein Mittel fand, konditionell und technisch unterlag. Doch schon Franz Richter (130 kg/GR) brachte mit einem 12:0-Sieg über Karl Marbach den AVG wieder auf 3:4 heran. Florin Tita (61 kg/GR) sorgte anschließend für die Markneukirchner Führung, der kleine Rumäne spielte seine technischen Vorteile gegen Stoyko Rusev aus, der mehrfach wegen unerlaubter Beinarbeit verwarnt- und letztendlich disqualifiziert wurde. Patryk Dublinowski (98 kg/FR) – der Minimalist im AVG-Team, wuchs diesmal gegen Stefan Kehrer über sich hinaus, 15 Sekunden vor Kampfende hatte der AVG-Ringer gegen den ACL-Routinier die 15-Punkte-Differenz hergestellt, die zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit führt. Im letzten Kampf vor der Pause schraubte Münir Aktas (66 kg/FR) das Halbzeitergebnis mit einem technisch-und taktisch überragend geführten Kampf (5:2) gegen seinen Landsmann Ahmed Duman auf 13:4 für den AVG.


In der zweiten Hälfte des Kampfabends war die Überlegenheit des AC Lichtenfels erdrückend, Erik Löser (86 kg/GR) wehrte sich gegen den EM-Bronzemedaillengewinner Hannes Wagner verbissen und vermied eine vorzeitige Niederlage ebenso wie Marco Stoll (71 kg/GR). William Stier (80 kg/FR) unterlag vorzeitig gegen den Ungarn Zsombor Gulyas, doch Darsam Dzhapaev (75 kg/FR) brachte mit einem schnellen 16:0-Sieg über Lukasz Tomaszek Markneukirchen vor dem letzten Kampf mit 17:14 erneut in Führung, Serjan Simonyan (75 kg/GR) hielt das 17:17-Unentschieden mit einer 0:10-Punktniederlage gegen Can Selcuk fest, der bei den Europameisterschaften 2021 den dreifachen, deutschen Weltmeister Frank Stäbler bezwungen hatte.


„Bis auf Razvan Kovacs, der nach dem Weihnachtsbraten vielleicht etwas falsch sein Gewicht reduziert hat und hier einfach überfordert war, hat die Mannschaft ihr Leistungsvermögen abgerufen, das Unentschieden ist leistungsgerecht und eine gute Ausgangsposition für den Rückkampf am kommenden Samstag in Markneukirchen“, so AVG-Trainer Andy Schubert zufrieden mit der Mannschaftsleistung.


„Schade, dass dieses Duell ohne Zuschauer über die Bühne gehen musste, es war ein spannender Kampf, das 17:17 geht in Ordnung“, so Tobias Schütz, Trainer des AC Lichtenfels.


Mannschaftsleiter Jörg Guttmann lobte die freundschaftliche Atmosphäre in Lichtenfels, „… dieser spannungsgeladene Kampf wurde jederzeit fair geführt, wir waren bei Freunden zu Gast und auch der Kampfrichter war in den ersten acht Duellen Herr der Lage, nur in den letzten, beiden Kämpfen lag er aus unserer Sicht daneben, was die Emotionen hochschwappen ließ“.

Sonst als Minimalist bekannt, drehte Patryk Dublinowski (98 kg/FR - blaues Trikot) gegen ACL-Halbschwergewichtler Stefan Kehrer ordentlich auf und gewann mit technischer Überlegenheit 16:0.


Jörg Richter


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