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AV Germania ist nach dem RSV Greiz der zweite Absteiger

Anton Vieweg (rotes Trikot) hatte seinen Kontrahenten mehrfach in der Ringerbrücke, am Ende gewann der AVG-Halbschwergewichtler gegen Jan Zirn mit 9:1 Punkten.

Germania-Ringer kämpfen im kommenden Jahr in der 2. Bundesliga. Im Entscheidungskampf um den Klassenerhalt musste der AV Germania Markneukirchen gegen die KG Baienfurt/Ravensburg eine 8:17-Niederlage hinnehmen. Damit können die Vogtländer in den verbleibenden beiden Kämpfen das rettende Ufer (Platz 6) nicht mehr erreichen.


Das Trainergespann des AV Germania mit Andre Backhaus und Andy Schubert schickte notgedrungen eine ersatzgeschwächte Mannschaft über die Waage, Mehmet Yüce (57 kg/GR) kämpfte an diesem Wochenende bei den Militär-Weltmeisterschaften in Baku (AZE) und fehlte ebenso wie Schwergewichtler Danylo Kartavyi (130 kg/FR), der aufgrund der Witterungsverhältnisse von München aus nicht bis ins Vogtland kommen konnte. Damit musste sich Andre Backhaus selbst in den Dienst der Mannschaft stellen. „Da wir das Papiergewicht nicht besetzen konnten, blieb uns nichts anderes üblich, um den Kampf nicht schon an der Waage mit 0:40 abzugeben“, so der 53-jährige Ex-Europameister, der mit 88 Kilo Körpergewicht gegen den 21 Kilo schwereren Georgier Mamuka Kordzaia zum Ende der ersten Runde des ungleichen Kampfes mit 0:16 ausgepunktet wurde. Da die Gäste das Limit bis 57 Kilo ebenfalls nicht besetzen konnten, ging die KG Baienfurt/Ravensburg nach dem Schwergewichtskampf mit 4:0 in Führung.


Doch dann regte sich Widerstand im Team der Vogtländer, Anatolii Buruian (61 kg/FR) bezwang Magomed Makaev mit 11:4 Punkten und holte die ersten zwei Zähler auf das Mannschaftskonto des AVG. Anton Vieweg (98 kg/GR) zog nach und sicherte dem Gastgeber vor 200 Zuschauern mit einem 9:1-Sieg über Jan Zirn weitere drei Punkte. Im letzten Kampf vor der Pause musste Dustin Scherff (66 kg/GR) gegen den Vize-Europameister dieses Jahres, Viktor Ciobanu eine Schulterniederlage hinnehmen. Dabei fiel der Leipziger in den Reihen des AVG so unglücklich auf den Kopf, dass er ins Klinikum nach Plauen gebracht werden musste. Die KG Baienfurt/Ravensburg führte zur Halbzeit mit 8:5.


Zum Beginn der zweiten Hälfte des Kampfabends ließ Patryk Dublinowski (86 kg/FR) die Fans in der Schrott-Stark-Arena jubeln, der AVG-Punktgarant zwang Burghausens Marcel Käppeler mit 7:0 Punkten in die Knie. Der AVG Markneukirchen glich durch diesen Sieg zum 8:8 aus. Dann ließ Youngster Johannes Adler in seinem zweiten Bundesligaduell die Halle beben, als er 30 Sekunden vor Kampfende gegen Danny Mayr zum 8:10 aufschloss. Doch Mayr brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Luca Dariozzi (80 kg/GR) hatte gegen den anstürmenden Daniel Cataraga alle Hände voll zu tun, Kampfrichter Georg Goczol bestrafte die Beinarbeit des Italieners und disqualifizierte den AVG-Ringer gegen Ende der zweiten Kampfminute. 


Blieben die beiden Weltergewichtsbegegnungen, Marco Stoll (75 kg/GR) stand gegen Valeriu Toderean auf verlorenem Posten und unterlag in der vierten Kampfminute mit 0:17. Obwohl die Begegnung längst entschieden war, zeigte Mokhmad Dadaev (75 kg/FR) gegen den Junioren-Europameister Stas David Wolf noch einmal sein ganzes Können, mit einem sagenhaften Endspurt glich der AVG-Weltergewichtler in der letzten Kampfminute den 0:5-Rückstand noch aus und gewann mit der zuletzt vergebenen Wertung einen Mannschaftspunkt zum 8:17-Endstand. Für diese Leistung wurde Mokhmad Dadaev als ‚Ringer des Tages‘ geehrt.


Die KG Baienfurt/Ravensburg steht mit diesem Sieg vier Punkte vor Markneukirchen und selbst bei zwei Siegen des AVG an den verbleibenden beiden Kampftagen, bei gleichzeitigen Niederlagen der KG Baienfurt/Ravensburg entscheidet bei Punktgleichheit laut Wettkampfordnung des Deutschen Ringer- Bundes der direkte Vergleich. Die Vogtländer gewannen zwar auswärts mit 17:15, doch der 17:8-Sieg der Gäste sicherte dem Team vom Bodensee den Klassenerhalt. Der AVG steigt zusammen mit dem RSV Rotation Greiz in die 2. Bundesliga ab, die nach dem Strukturwechsel in den beiden höchsten Ringerligen neu strukturiert wird.


„Es war schon beim Hinkampf sehr knapp beim 17:15-Sieg, doch nun fehlten uns mit Mehmet Yüce, der kampflos gewonnen hätte und Schwergewichtler Danylo Kartavyi gleich zwei Siegringer, zudem die KG Baienfurt/Ravensburg mit Cataraga und Ciobanu zwei Weltklasseringer aufbieten kann, die beide jeweils vier Mannschaftspunkte holten, damit lief heute alles gegen uns“, lobte Backhaus aber auch Johannes Adler und Mokhmad Dadaev für deren kämpferische Leistung.


Jörg Richter


Man of the Match - Mokhmad Dadaev

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